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20 Jun 2011

Neues US-Buch legt zentrale Rolle von Anwar Al-Awlaki im 9/11 Plot nahe

Gestern berichtete die WaPo über ein gerade veröffentlichtes Buch von Catherine Herridge. Dieses heißt "The Next Wave", Titel und Cover sind schön reißerisch. Es geht um die nächste Welle der "homegrown" El-Kaida-Terroristen, angeworben in den USA. So weit, so gut.


The Next Wave

Nun das Spannende: In diesem Buch ist eine zentrale Enthüllung die mögliche Rolle Anwar Al-Awlakis im 9/11 Plot. Wie bitte? Al-Awlaki? Bisher hieß es doch, Khalid Sheik Mohammed wäre der zentrale Planer gewesen, Osama der Sinnstifter. Von Awlaki war in Zusammenhang mit 9/11 bisher eher weniger die Rede. Und doch sind die Hinweise mehr als überzeugend. Noch viel mehr, als Frau Herridge es vielleicht selbst weiß...
Herridge sagt im Interview mit der WaPo:
"Ich glaube, die Beweislage unterstützt die Schlußfolgerung, dass Anwar Awlaki ein bisher übersehender Schlüssel-Stratege im 9/11 Plot selbst war, und seine Kontakte mit den Hijackern waren keine Zufälle, sondern Beweis für eine sehr zweckmäßige Verbindung." Catherine Herridge

Awlaki
Anwar Al-Awlaki
ist heutzutage El-Kaida-Mitglied, er gilt auf Grund seiner Internet-Affinität als der "Bin Laden des Internets", er hält sich im Jemen auf und predigt von dort den Dschihad. Bekannt wurde er im November 2009 durch seine Verbindung zum Fort Hood-Shooter" Nidal Malik Hasan, der 13 Menschen tötete (Awlaki war Iman an einer Moschee, wo die Trauerfeier für Hasans Mutter stattfand) sowie im April 2010, als Obama die gezielte Tötung von Al-Awlaki erlaubte, das erste Mal bei einem US-Staatsbürger. Wenn man den Blogeintrag bis zu Ende gelesen hat, kann man auch einen kausalen Zusammenhang zwischen diesen beiden Nachrichten vermuten, denn eine gezielte Tötung wurde wie im Falle Osama bin Ladens äußerst positiv für die US-Admin sein, weil dann keine Fragen mehr beantwortet werden müssten und alle Anklagen fallen gelassen werden könnten, so wie bei Osama bin Laden jetzt auch (beinahe mit Verwunderung stellt man fest, dass gar keine 9/11 Anklagepunkte darunter waren).

Was macht die Rolle Anwar Al-Awlakis so gefährlich, dass ein großes weißes Leinentuch über ihn und seine Rolle im 9/11 Plot ausgebreitet wurde? Wie immer führt auch diese Enthüllung mit wenigen Links zu einer direkten Entlarvung des 11. September als Inside Job, hier über die nachgewiesene Beteiligung höchste saudischer Regierungskreise am Plot.

Schauen wir mal, was dazu bisher schon bekannt war, gem. Historycommons:
Der Fall Anwar Al-Awlaki ist mindestens so bizarr wie der von Ali Mohammed. Im Juni 1999 wird eine Ermittlung gegen ihn eingeleitet, nachdem der Mann, der Osamas Satellitentelefon kaufte, verhaftet wurde und alles über die US-Verbindungsleute "auszwitscherte". Anfang 2000 wird Awlaki von einem Top-Gefolgsmann vom "blinden Scheich" Abdel Rahman aufgesucht. Mutmaßlich weiß man sehr viel darüber, weil der "blinde Scheich" von Anfang an ein CIA-Aktivposten war. Außerdem unterhält Awlaki Verbindungen zur später verbotenen Spenden-Frontorganisation  "Holy Land Foundation". (FBI-Agent Robert Wrights Ermittlung dazu wurde vor 9/11 sabotiert!) Trotz dieser Verbindungen wird keine Anklage erhoben, weil diese nicht gut genug für eine Anklage wären. Im März 2000 wird die Ermittlung gegen Awlaki eingestellt. Gut einen Monat, nachdem dieser am 4.2.2000 vier Mal mit Al-Bayoumi telefonierte. Genau den Tag, als Al-Bayoumi den mutmaßlichen 9/11 Hijackern und saudischen Doppelagenten Al-Midhar und Al-Hazmi eine neue Wohnung in San Diego besorgte. Weswegen es auch möglich erscheint, dass diese Al Bayoumis Telefon benutzten. Das FBI sagte der 9/11 Commission, dass es Gespräche zwischen Awlaki und den genannten mutmaßlichen Hijackern hinter verschlossener Tür gegeben haben soll.

Ein Bewegungsprofil ergibt, dass Al-Midhar und Al-Hazmi den Iman Awlaki erst in einer Moschee an der Grenze zwischen La Mesa-San Diego aufsuchten, und anschließend ihm in die Moschee nach Falls Church folgten, wo auch Hasan und Hani Hanjour verkehrten. Die bisher schon dokumentierten Verbindungen sind also in der Tat belastend genug.

Doch was passiert nach dem 11.9.? Man sagt, man könne Awlaki nicht verhaften, weil dieser US-Bürger sei. Obwohl der auf einer Terror-Watch-Liste steht, kann er aus den USA- aus, einreisen, wie es beliebt. Bei einer erneuten Einreise am 10.10.2002 wird er verhaftet, wobei den Agenten vor Ort wenig später mitgeteilt wird, dass Awlaki einen Tag vorher von der Watch-Liste entfernt worden sei, woraufhin er wieder freigelassen werden muß. Im "Joint Inquiry-Report" heißt es dazu später lapidar:

"Im Abschluss-Memorandum versicherte der Agent, dass der Imam "vollständig identifiziert wurde und nicht die Kriterien für eine weitere Untersuchung erfüllt". Die Untersuchung wurde geschlossen, trotz der Kontakte des Imams zu Betroffenen von Counter-Terror-Untersuchungen und Berichten über seine Verbindungen zu verdächtigen Organisationen. (ebd., Seite 179)

Auch im Jemen wird er später verhaftet, nachdem seine El-Kaida Verbindungen offensichtlich sind, aber da es keine Anklage durch die USA gibt, wird er auch dort wieder freigelassen. So etwas gibt es in der Fantasie nicht mal, hier haben wir wieder mal einen Mann, der "Hands off" ist, weil zu wichtig für eine potentielle Entlarvung des Plots oder selbst ein zu deckender Agent.

Im Zuge der Veröffentlichung des oben erwähnten 9/11 Kongress-Joint-Inquiry-Reports hat ein anonymer Offizieller einige Details aus einem umstrittenen, komplett zensierten 28-seitigen Abschnitt über mögliche saudische Unterstützung für 9/11 geleaked. Gemäß der New York Times zugespielten Infos heißt es in einem Abschnitt, Omar al-Bayoumi und/oder Osama Basnan "hatten zumindest indirekte Verbindungen zu zwei der Entführern, [die] wohl saudische Geheimdienstler waren und saudischen Regierungsbeamte berichtet haben."

Er sagt auch, dass Anwar Al Awlaki "eine zentrale Figur in einem Support-Netzwerk war, die den gleichen zwei Entführern geholfen hat." Die meisten Verbindungen in dem Bericht zwischen den Männern, dem saudischen Geheimdienst und 9/11 beruhen nur auf Indizien. [NEW YORK TIMES, 8.2.2003]

Nach Angaben der New Republic, stellt ein Abschnitt "Verbindungen zwischen dem 9/11 Plot und höchsten Ebenen der saudischen Königsfamilie" her. Ein anonymer Beamter wird zitiert mit den Worten: "Es gibt eine Menge mehr in den 28 Seiten als Geld(verbindungen). Jeder jagt die Helfer. Sie sollten direkte Links zu hohen Kreisen der saudi-arabischen Regierung jagen. Wir reden nicht über kriminelle Schurken-Elemente. Wir sprechen über ein koordiniertes Netzwerk, das direkt von den Entführern zu diversen Stellen der saudischen Regierung reicht. ... Wenn die Leute in der US-Admin, die versucht haben den Irak mit Al-Qaida in Verbindung zu bringen, auch nur ein Tausendstel von dem Zeug hätten, welche die 28 Seiten als Verknüpfung einer fremden Regierung zu al-Qaida belegen, wären sie in guter Form gewesen. ... Wenn die 28 Seiten  öffentlich gemacht werden, habe ich keine Zweifel, dass die gesamte Beziehung zu Saudi-Arabien sich über Nacht ändern würde. "[New Republic, 8/1/2003]
Weitere Infos:
Punkt 35, ab Seite 64, mein Dokument:
Wir sehen also: Frau Herridge hat bewusst oder unbewusst in ein Wespennest gestochen. Auch hier kann man das Cover-Up und die starken Hinweise auf einen Inside-Job locker ausmachen. Oder was ist bisher davon bekannt, dass wichtige Unterstützung des 9/11 Plots den lieben Saudis überlassen wurde,  sozusagen "outgesourced". Übrigens beste Bush-Family-Friends...Man denke nur an "Bandar Bush"!
Schauen wir mal, ob irgendjemand den WaPo-Report aufgreift und selbst weitere Recherchen unternimmt.

Mein Tipp: Wie bei Susan Lindauer, Behrooz Sarshar und DO5 wird es keine weitere Berichterstattung dazu geben...Die größten Ermittlungshindernisse sind das Öl und saudische Interessen. Und unsere Medien wissen dies. Und diese sind ganz folgerichtig pro-aktiv schweigsam. Wer kann es schon wagen, Ölinteressen in Frage zu stellen?
Dirk Gerhardt

Dirk Gerhardt

Seit 2002 als engagierter 9/11 Beobachter im Internet unter dem Namen Sitting Bull bekannt.

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