Gegen Khalid Sheik Mohammed, Ramzi Binalshib und drei weitere Mitangeklagte wurde am 05. Mai 2012 vor einem Millitärgericht in Guantanamo der Prozess eröffnet. Ihnen wird zur Last gelegt, dass sie die mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 wären.
Jedenfalls wird Khalid Sheik Mohammed (KSM) seit Juni 2002 als solcher bezeichnet. Wie es dazu kam, kann man in dieser Übersetzung eines Chaim Kupferberg-Artikels nachlesen.
Ermittlungsakten
9/11 Tribunal: Wer sind die Angeklagten?
- 09 May 2012
- Dirk Gerhardt
Pleiten, Pech und Pannen
- 09 April 2012
- Mathias Bröckers
Schlechte Vorbereitung und allgemeine Verwirrung sorgten dafür, dass die Abfangjäger am 11.9. zu spät kamen - so lautet, kurz gefasst, die simple Antwort der 9/11-Untersuchungskommission auf die Frage nach dem Ausbleiben jeglicher Luftabwehr. Damit werden über zweieinhalb Jahre nach der Tat und nach über anderthalb Jahren Untersuchung dieselben Ausreden präsentiert wie in den Tagen danach, nach dem Motto: "Wir haben unser Bestes getan, aber 9/11 ließ sich einfach nicht verhindern."
Zu den schönsten Grafiken, die auf der 9/11-Konferenz in Toronto gezeigt wurden, gehörte das Abschlussbild von Joyce Lynn's Referat über die Unabhängige 9/11-Untersuchungskommision.

Grafik von Joyce Lynn
Jedes der Kommissionsmitglieder war mit seinen Verbindungen zu einem Ölfass, einem Panzer oder einer Kamera - zur Energie-, Rüstungs- oder Medienindustrie - als Linie eingezeichnet und vorgestellt worden. Dass am Schluss einfach alle diese Verbindungen übereinander eingeblendet wurden, ersparte jeden weiteren Kommentar zur "Unabhängigkeit" dieser Kommission.
Nur ein Kopf in der Grafik wies keine Verbindung zu diesem wahrhaft dschungelartigen Beziehungsgeflecht auf - Senator Max Cleland -, der nach seiner lautstarken Kritik an den Vertuschungs- und Weißwasch-Operationen der Kommission schnell ausgetauscht wurde.
Da die Mission dieser Untersuchung nicht in der Aufklärung des stattgefundenen Massenmords, sondern in der Verhinderung künftiger Verbrechen liegen sollte, kann man, was den ersten Teil dieser Anforderung betrifft, nun behaupten: Mission erfüllt. Auch nach Abschluss der letzten öffentlichen Hearings und fast drei Jahren sind die für die Aufklärung des Verbrechens entscheidenden Fragen - von der Identität der Täter über den Ablauf der Tat bis zum Ausbleiben jeglicher Abwehrmaßnahmen - immer noch weitgehend offen.
Viele unverzichtbare Beweismittel wie unter anderem die Original-Passagierlisten, die Flugschreiber und der Funkverkehr der entführten Maschinen wurden der Kommission vorenthalten - und so wundert es nicht, dass sie nun zum Abschluss ihrer öffentlichen Hearings mit einem erschreckend substanzlosen Papier den Umriss des 9-11-Plots skizziert.
Geschichten aus dem Off
Von Neuigkeitswert ist daran so gut wie nichts, abgesehen von den Gerüchten, die einmal mehr ein berühmtes Phantom aus dem Off geraunt hat: Khalid Sheik Mohammed (KSM), jener angebliche "Chefplaner" des 11.9., der zusammen mit dem Kollegen Binlashibh an unbekanntem Ort in US-Gewahrsam gehalten wird - und seitdem als unsichtbares Al-Qaida-Sprachrohr fungiert (Rätsel um Scheich Mohammed). Wie der kanadische Autor Chaim Kupferberg in seiner gründlichen Analyse gezeigt hat, wurde KSM in den letzten zwei Jahren gezielt in die 9-11-Legende eingewoben - während gleichzeitig der britisch-pakistanische ISI-Topagent Omar Saeed Sheik, der 100.000 $ an Atta überwiesen und den US-Journalisten Pearl entführt haben soll, aus den Headlines verschwand (siehe dazu: "Scheichegal - wie mit der Verwandlung von Omar Saeed Sheik in Khalid Sheik Mohammed ein neuer Haupttäter des 11.9. geschaffen wurde").
Stattdessen ist KSM jetzt der Mann für die Schlagzeilen - und lieferte auch für den neuesten Zwischenbericht der 9/11-Kommission die Fleischhäppchen: Die Anschläge waren schon einige Monate früher und mit 10 Flugzeugen geplant, sie sollten noch weit verheerender ausfallen und nicht Osama Bin Laden, sondern er, KSM, sei der eigentliche Drahtzieher und hätte auch die Idee gehabt. Sagt niemand anderes als .... KSM, bei dem freilich, aus Gründen der nationalen Sicherheit, niemand nachfragen kann. Und dessen Geständnisse nahe legen, dass sie möglicherweise "unter an Folter grenzendem Druck abgerungen wurden", wie der "Spiegel" zwar kritisch feststellt, die Stories von KSM gleichwohl aber sämtlich übernimmt und es auch ansonsten ganz genau weiß: "Die Ur-Idee für 9/11 kam dem eigentlichen Hauptdrahtzieher, Chalid Scheich Mohammed, schon lange bevor sie der al-Qaida-Chef absegnete." Sagt? Niemand anderes als KSM, den freilich kein Mitglied de Kommission je zu Gesicht bekam ... sondern der stets aus Verhörprotokollen zitiert wird, die kein Gericht der Welt als Beweis anerkennen würde, weil sie unter Folter gewonnene Aussagen enthalten könnten.
Auch die Medien in Demokratien haben die Verwendung von solchem Beweismaterial als un-ethisch geächtet - was den "Spiegel" freilich nicht abhielt, schon im Oktober 2003 auf Basis von Aussagen des KSM eine Titelstory "Das Geständnis" zu veröffentlichen. Dass auch jetzt die offizielle Kommission nach anderthalb Jahren als Ergebnis nichts anderes zu bieten hat als die in jeder Hinsicht dubiosen Aussagen des Khalid Sheik Mohammed ist ein investigatives Armutszeugnis ohnegleichen - und deutet schon an, dass auch der für Ende Juli geplante Abschlussbericht nichts enthalten dürfte, was wirklich der Wahrheitsfindung dient.
Start von unbewaffneten Abfangjägern
Zusammen mit Khalid Sheiks neuen Geschichten hat die Kommission auch einen Zwischenbericht zu den Timlelines der einzelnen Flugzeugentführungen ins Netz gestellt. Mehr als ein Achselzucken à la "Wir haben unser Bestes getan, aber 9/11 ließ sich einfach nicht verhindern" bringt auch dieses Papier nicht. Außer allgemeiner "confusion" keine Erklärung dafür, warum weltweit selbstverständliche Standardprozeduren am Morgen des 11.9. gleich vier Mal nicht in Kraft traten.

F-15-Abfangjäger waren am 11.9. von der Andrews Air Force Base gestartet - zu spät und unbewaffnet
Die Frage nach der Koordination der "Wargames" des 11.9. wurde nicht dezidiert gestellt. General Myers hielt aber fest, dass die Alarmbereitschaft durch Manöver grundsätzlich nicht eingeschränkt oder verwirrt werde. Sein Kollege, der NORAD-Chef General Eberhart glaubt sogar, dass durch das zusätzliche Personal für die "Wargames" die Wachsamkeit gar noch verbessert wurde. Dass dennoch kein Abfangjäger bei den Maschinen eintraf, hätte einzig und allein mit dem verspäteten Alarm durch die Zivilbehörde FAA zu tun gehabt. Einmal mehr lässt sich also auch nach diesem Hearing der gewünschte Schluss ziehen, dass zwar "Pleiten, Pech & Pannen" zu dem Desaster führten, aber letztlich niemand verantwortlich ist.
Das Protokoll der Befragung der für die Luftabwehr verantwortlichen Generäle Myers, Arnold und Eberhart wird mit Sicherheit noch genauer unter die Lupe genommen werden, ebenso wie der Zwischenbericht der Kommission, der die Pannen-Story weiterspinnt. Interessant ist hier vor allem die Aussage von Eberhardt, dass auf der Andrews Air Force Base, nur 12 Meilen vom Pentagon entfernt, zwar Abfangjäger gestartet seien ... aber unbewaffnete. Dies entspricht etwa der Aussage eines Feuerwehrhauptmanns, es seien zwar rechtzeitig Feuerwehrwagen gestartet, aber ohne Wasser und Schlauch ...
If we had to go get them right this minute and have them take off, they're not armed. They're not armed. They're not armed for good reason because they're going to go fly a training sortie, so you don't want to be up there flying training sorties armed. So we would have to upload the munitions. And so therefore, if it's a come-as-you-are party or tragedy, as it was that morning, we had to take the assets that were armed because otherwise all they could go up and do is observe, which is better than nothing but it doesn't work the problem. ... So even though, for example, we talk about the aircraft that took off from Andrews that morning, they weren't armed. So they were observers is what they were. So they couldn't have shot down an airplane if need be.
Eberhardt war nach der Andrews AFB nicht gefragt worden und gab diese Story vorauseilend von sich aus zu Protokoll - offenbar wohl wissend, dass diese Frage - wenn nicht von der Kommission, dann von den Opferangehörigen - gestellt werden würde. Dass auf der Andrews AFB - Heimatflughafen der Präsidentenmaschine "Air Force One" und Luftüberwachungsstation des Washingtoner Regierungsviertels - vor dem 11.9.defintiv Jets im QRA (Quick Reaction Alarm)Zustand stationiert waren, ist Fakt. Dass sie am 11.9. - General Eberhardts Aussage zufolge - unbewaffnet gewesen sein sollen, ist ungefähr so wahrscheinlich, wie dass sie aus Versehen Diesel getankt oder wegen eines platten Reifens nicht in die Luft kamen.
Auf Andrews ist die District of Columbia Air National Guard (DCANG) stationiert, die als ihre Aufgabe beschreibt: "To provide combat units in the highest possible state of readiness." Besser geht's doch eigentlich nimmer, als für "Kampfeinheiten im höchsten Bereitschaftsstatus" zu sorgen.... Doch am 11.9. hat es halt mal nicht geklappt und am 13.9.2001 - so haben wir bereits in unserem Buch "Fakten. Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9." gezeigt - wurde die Webseite der Andrews Airforce Base geändert. Das vollmundige Mission Statement ist seitdem verschwunden.
Ob dereinst die Frage einmal beantwortet wird, wie die AA 77 fast 50 Minuten Zeit haben konnte, unbehelligt das Pentagon anzusteuern, bleibt abzuwarten - bis dahin müssen wir uns damit zufrieden geben, dass sie zuerst einmal über eine halbe Stunde einfach nicht beachtet wurde (Pleite), dass die nächstgelegene "Feuerwehr" auf Andrews nicht fähig war zu "löschen" (Pech) und die Abfangjäger aus Langley und Otis zu langsam waren (Panne). Und da es bei den anderen drei Flugzeugen so ähnlich lief, insgesamt also PPP hoch vier, sind vor lauter Missgeschick und Durcheinander dann schon fast gar keine Täter mehrnotwendig. Was auch besser so ist, denn wenn wir da genauer hinschauen, landen wir doch nur wieder bei den Märchen von KSM aus tausendundeiner Terrornacht...
Damit dieser recht durchsichtige Vertuschungszirkus nicht so gar zu plump daher kommt, wurde mit den jüngsten Zwischenberichten der Kommission noch ein kleiner Pseudo-Konflikt inszeniert, der die großartige Unabhängigkeit der von Bush/Cheney handverlesenen Kommission herausstreichen soll: die Veröffentlichung von "Erkenntnissen", dass es keinerlei Zusammenarbeit von Bin Laden und Saddam Hussein gegeben habe. Nun hat eine solche Zusammenarbeit außer den Kriegstreibern im Weißen Haus nie auch nur ein einziger ernsthafter Kenner des Mittleren Ostens jemals behauptet - dies jetzt als große Erkenntnis der Ermittlungen zum 11.9. herauszustellen, dient insofern nur als Vorlage, dank der Vizepräsident Cheney "die Medien frontal angreifen" kann - und damit indirekt die Kommission mit ihren "unabhängigen", gar regierungskritischen Erkenntnissen adelt. Deren Abschlußbericht wird für den 26. Juli erwartet - geht aber vor der Veröffentlichung in Buchform erst noch zur Überprüfung an den Auftraggeber George W.Bush. Spätestens dann dürfte sichergestellt sein, dass er außer unvermeidbaren PP&P rein gar nichts mehr enthält...
Quelle des Originalbeitrags: Telepolis.de
vom 18.06.2004
Inside 9/11 - Offene Fragen zehn Jahre danach
- 04 April 2012
- Paul Schreyer
Seit über zehn Jahren ist der sogenannte "internationale Terrorismus" ein gesellschaftliches Thema. Immer wieder wird von Politikern und Journalisten auf die besonders verheerenden Anschläge hingewiesen: 9/11, London 2005, Madrid 2004, oder die Pläne der "Sauerlandzelle" im Jahr 2007.
Kurz nach 9/11 hieß es, dass "Schläferzellen" in vielen unserer Städte auf ihren baldigen Einsatz warteten. Die Angst vor drohenden Terroranschlägen durch fanatische Selbstmordattentäter ist seither Teil der Lebenswirklichkeit. Terrorangst begleitete auch die Kriege, die westliche Regierungen seit 2001 in Afghanistan und dem Irak ausfochten. Parallel dazu wurden in den USA und vielen europäischen Ländern Stück für Stück Freiheitsrechte abgebaut und die Befugnisse der Geheimdienste massiv ausgeweitet. All dies mit dem Argument einer realen Bedrohung durch arabische Selbstmordattentäter.Keiner der genannten Anschläge ist allerdings bisher zweifelsfrei aufgeklärt worden. Beim größten Anschlag, 9/11, sind die verhafteten mutmaßlichen Hintermänner über zehn Jahre lang nicht einmal vor Gericht gestellt worden. Gleichwohl wurden bei vielen der offiziell benannten Täter enge Beziehungen zu westlichen Geheimdiensten nachgewiesen. Teilweise, wie etwa im Fall Madrid oder der"Sauerlandzelle", lieferten sogar erst V-Leute der Geheimdienste die Bombenzünder. Und in mehreren Fällen, wie bei 9/11 oder den U-Bahn-Attentaten in London, fanden die Anschläge am exakt gleichen Tag und Ort statt, wie offizielle Terror-Manöver, die jeweils genau das Szenario probten, das sich (zufällig?) synchron in der Realität ereignete.
Inzwischen sind viele Informationen verfügbar, die ein anderes Bild der Bedrohung zeichnen, als es all die Jahre über verbreitet worden ist. Es ist Zeit, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen.
Inside 9/11 - Offene Fragen zehn Jahre danach
Bei den Anschlägen von 9/11 ist vieles ungeklärt. Beginnend mit so grundsätzlichen Dingen wie den Identitäten der Attentäter, über das Vorwissen der Geheimdienste, bis hin zum Versagen der Luftabwehr an jenem Morgen.
2011 ist dazu ein Buch erschienen, das sich unter anderem mit diesem letzten Punkt, der Luftabwehr, ausführlich beschäftigt. Da ein Bild mehr sagt als viele Worte, hier eine Animation der Flugrouten der Militärjets, die am 11. September die entführten Flugzeuge eigentlich abfangen sollten - aber allesamt zu spät ihre Ziele erreichten.


Link zum vollständigen Video
Zur Erläuterung: Sowohl die Schleife in der ersten Grafik, als auch der Start in die falsche Richtung im zweiten Fall sind bis heute komplett ungeklärt. Die entsprechenden Tonbänder, auf denen der Funkverkehr der Piloten bei diesen Flügen aufgezeichnet war, wurden gelöscht. Niemand musste sich bislang für dieFehlleitung der Abfangjäger oder die Löschung dieser Tonbänder verantworten. Die ganze Angelegenheit wurde erfolgreich vertuscht. Die oben dargestellten Grafiken zum Beispiel tauchen nicht im 2004 veröffentlichten offiziellen Untersuchungsbericht der 9/11-Commission auf. Gleichwohl basieren sie auf offiziellen Radardaten, die allerdings erst 2009, also acht Jahre nach den Anschlägen, für die Öffentlichkeit freigegeben wurden.
Das Magazin "Telepolis" führte dazu im Juli 2011 ein Interview mit mir, in dem man Näheres zu diesem Thema erfahren kann.
Begleitend zum Buch "Inside 9/11" habe ich außerdem mehrere kurze englischsprachige Filme produziert, die in kompakter Weise einige wichtige Fragen zu diesem Thema illustrieren und auch mögliche Erklärungen vorstellen. Bislangsahen mehr als 150.000 Menschen diese Filme, vor allem direkt in den USA, wo dies alles weiterhin kontrovers diskutiert wird. Inzwischen haben engagierte Menschen aus Frankreich auch eine französisch untertitelte Version eines der Filme angefertigt.
Ein weiteres sehr lesenswertes Buch zu diesem Thema ist das ebenfalls 2011 erschienene Werk "11.9. - zehn Jahre danach. Der Einsturz eines Lügengebäudes" von Mathias Bröckers und Christian C. Walther.
In Deutschland informiert darüber hinaus das "9/11-Archiv" kompetent über die offenen Fragen rund um 9/11 und andere Terroranschläge.
Wem es nichts ausmacht, ein englischsprachiges Buch zu lesen, dem sei das meiner Ansicht nach weltbeste Werk zum Thema empfohlen: "The Road to 9/11".
Quelle des Originalbeitrags: paul-schreyer.de
Daniele Ganser: Was passierte wirklich beim Terror-Anschlag vom 11. September?
- 12 February 2012
- administrator
Published: 27.09.2005 06:00
9/11: Terror, Lug und Trug
Wiedersehen mit 9/11: Eine kleine Bilanzierung
- 11 February 2012
- Lars Schall
Die ehemalige FBI-Mitarbeiterin und Gründerin der “National Security Whistleblowers Coalition“, Sibel Edmonds, legt nahe, dass man bei 9/11 einmal das gute alte Rechnungswesen zum Recht kommen lassen sollte: Wer hat gewonnen, wer hat verloren?




