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Inszenierter Terror

Hier finden Sie Informationen zu instrumentalisiertem Terrorismus.

Madrid: Inszenierter Terror in Spanien

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Es war der 11. März 2004, nur drei Tage vor den spanischen Parlamentswahlen, als der "Terror Europa erreichte" - wie die Medien titelten. Im morgendlichen Berufsverkehr explodierten zehn Bomben fast zeitgleich in vier Pendlerzügen. Mit rund 200 Toten und weit über 1000 Verletzten waren es die schwersten Anschläge in der jüngeren Geschichte Spaniens.

Die konservative spanische Regierung (die drei Tage später abgewählt wurde) fokussierte sich anfänglich massiv auf die baskische ETA als Tätergruppe. Eine Woche nach den Attentaten erhoben ausländische Korrespondenten deswegen schwere Vorwürfe gegen die Regierung. Mehrere Journalisten seien kurz nach den Attentaten telefonisch von ranghohen Regierungsmitarbeitern gebeten worden, die baskische ETA als Urheberin der Terroranschläge zu nennen.

Auch der Herausgeber der spanischen Zeitung "El Periodico", sprach von Einflussnahme. Er sei von Ministerpräsident Aznar persönlich angerufen worden, als die Zeitung eine Sonderausgabe zu den Terroranschlägen vorbereitet habe. Aznar habe ihm gesagt: "Es war die ETA. Haben Sie daran nicht den geringsten Zweifel!" Auch die Tageszeitung "El Pais" hatte berichtet, dass sie Anrufe von Aznar erhalten habe, der auf eine Täterschaft der ETA verwiesen habe. Die staatlichen spanischen Medien manipulierten nach Darstellung von Mitarbeitern weite Teile der Berichterstattung über die Terroranschläge von Madrid. (ARD)

Die Täterschaft der ETA ließ sich jedoch nicht erhärten. Stattdessen wurden nach einiger Zeit ganz andere Dinge bekannt. Nachdem sich beispielsweise der mutmassliche Organisator der Anschläge nach wenigen Wochen gemeinsam mit sieben weiteren Terrorverdächtigen bei einer Razzia in die Luft gesprengt hatte, konnte man der Presse entnehmen, dass die Polizei ihn seit Jahren überwacht hatte. (AP)

Außerdem waren zwei der mutmaßlichen Attentäter Polizeispitzel gewesen, unter ihnen derjenige, der den Sprengstoff besorgt hatte. Die Polizei wusste vom Verkauf des Sprengstoffes und der Waffen an die Attentäter. (Spiegel; Telepolis)

Ein Abgeordneter der konservativen PP (Partido Popular) befragte den inhaftierten Polizeispitzel schriftlich, da die Regierung und die kleinen Parteien im eigens eingerichteten Untersuchungsausschuss verhindert hatten, dass er dort vernommen wurde. Als der Abgeordnete die Antworten dem Untersuchungsausschuss vorlegte, wurde das Dokument nicht zugelassen. Auch Richter und Staatsanwaltschaft lehnten ab. "Hat die Regierung etwa Angst, die Wahrheit könnte ans Licht kommen?", fragte der Abgeordnete. (TAZ)

Weiterhin kam ans Licht, was in solchen Fällen offenbar dazugehört: eine Daten-Löschaktion. Der neugewählte Ministerpräsident Zapatero beschuldigte die Regierung seines konservativen Amtsvorgängers Aznar, vor ihrem Ausscheiden sämtliche Daten zu den Terroranschlägen vom 11. März gelöscht zu haben. "Am Regierungssitz gab es kein einziges Papier, keine einzige computergespeicherte Information, weil ein massives Löschmanöver stattgefunden hat", sagte Zapatero vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Für den Zeitraum vom 11. März - dem Tag des Anschlags - bis zum Tag der Parlamentswahl am 14. März lägen im Amt des Regierungschefs keinerlei Informationen über eingegangene Nachrichten, Beratungen und Entscheidungen vor. (ZDF)

Auch die große Tageszeitung "El Mundo" recherchierte intensiv und veröffentlichte mehr als ein Jahr nach den Anschlägen interne Polizeidokumente, die belegten, dass die Nationalpolizei und der Geheimdienst genau über die Attentäter informiert waren. (El Mundo; Telepolis)

Der für die Anschläge zuständige Ermittlungsrichter am Nationalen Gerichtshof versuchte daraufhin, die Zeitung zum Schweigen zu bringen und forderte sie auf, ihre Akten herauszugeben, da sie sich sonst dem "Delikt des Ungehorsams gegen die Justiz" schuldig mache. "El Mundo" wehrte sich und veröffentlichte weiter Unangenehmes zur Verwicklung staatlicher Behörden in die Attentate. (Telepolis)

Fest stand nun, dass die Spitzel der Sicherheitskräfte den Sprengstoff besorgt und an die Islamisten geliefert hatten. Der Geheimdienst CNI hatte sogar Kontakte bis direkt in den Kreis der Attentäter. (Telepolis) So kann gesagt werden, dass es die Anschläge ohne die Hilfe durch dieses Geflecht nicht gegeben hätte.

Quelle des Originalbeitrags: Paul-schreyer

Terror organisieren

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Warum organisiert das FBI gefälschte Terroranschläge?

Der letzte ließ Osman Mohamoud, einen somalisch-anerikanischen Teenager in die Falle gehen. Der Bericht von William Mall und Nedra Pickler von Associated Press (27.11.1010) findet sich unter dem Titel „In Somalia geborener Teenager plante Anschlag mit Autobombe in Oregon“ in Yahoo News.

Terroranschläge am 7. Juli 2005 in London: Ausbilder war US-Informant

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Von SHIV MALIK, 15. Februar 2011 - 

Der US-amerikanische Dschihadist Mohammed Junaid Babar wurde nach einer Haftzeit von nur viereinhalb Jahren und bei einer möglichen 70-jährigen Strafe stillschweigend entlassen, wie eine Untersuchung des britischen Guardian herausgefunden hat. Er hatte ein Terror-Trainingscamp aufgebaut, in dem die Selbstmord-Attentäter der Londoner Anschläge von 2005 im Herstellen von Sprengstoff ausgebildet worden waren.

London 7/7
52 Menschen wurden getötet und 784 verletzt, als vier Selbstmord-Attentäter am 7. Juli 2005 mit Sprengstoff und Nägeln gefüllte Rucksäcke während der Hauptverkehrszeit in London zur Detonation brachten.
Die Verurteilung Babars zu einer Strafe,  die der Dauer seiner bereits in Haft verbrachten Zeit entspricht und von einem New Yorker Gericht mit dessen „außergewöhnlicher Kooperation“ begründet wurde, die bereits vor seiner Inhaftierung begonnen hatte, wirft die Frage auf, ob Babar bereits zu dem Zeitpunkt,  als er den Anführer der Anschläge des 7. Juli ausbildete, als US-Informant tätig war.

Anwälte, die die Überlebenden und Angehörigen der Opfer der Attacke vertreten, verglichen die milde Behandlung Babars mit der kontroversen Entlassung des Lockerbie-Bombers,  Abdelbaset al-Megrahi.

Babar wurde 2004 inhaftiert, nachdem er – obwohl das endgültige Urteil aufgeschoben wurde – in einem New Yorker Gericht wegen Terrorismus in fünf Fällen verurteilt worden war. In Pakistan hatte er ein Ausbildungslager erreichtet, in dem Mohammad Sidique Khan und einige andere britische Terroristen darin unterrichtet wurden, wie man Bomben baut und Waffen bedient.

Babar gestand, ein gefährlicher Terrorist zu sein, der mit einigen der höchstrangigen Mitglieder Al-Qaedas verkehrte, ihnen Geld und Ausrüstung verschaffte, und zweimal plante, General Pervez Musharraf, den ehemaligen Präsidenten Pakistans, zu töten.

Aber in einem Deal mit den Anklägern der US-Staatsanwaltschaft erklärte Babar sich bereit, auf schuldig zu plädieren und der Regierung im Gegenzug als Top-Informant für einen drastisch reduzierten Schuldspruch  zu dienen.

Der Guardian erhielt ein Gerichtsdokument, welches belegt, dass er am 10. Dezember letzten Jahres – sechs Jahre nach seiner Verhaftung und anschließender Verurteilung – vom Gericht zu der bereits abgesessenen Haftzeit, sowie zu 500 US-Dollar Gebühren für eine „besondere Begutachtung“, verurteilt wurde.

Graham Foulkes, ein britischer Amtsrichter, dessen 22-jähriger Sohn David 2005 von Khan in der Edgware Road-U-Bahn-Station getötet wurde, kommentierte: „Leute bekommen für Einbruchdiebstahl viereinhalb Jahre. Für einige Straftaten im Straßenverkehr kann man sogar mehr bekommen. Dass ein internationaler Terrorist, der in direkter Verbindung zum Tod meines Sohnes und Dutzender anderer Menschen steht, diese Strafe bekommt, ist einfach nur empörend.“ 

52 Menschen wurden getötet und 784 verletzt, als vier Selbstmord-Attentäter am 7. Juli 2005 mit Sprengstoff und Nägeln gefüllte Rucksäcke während der Hauptverkehrszeit in London zur Detonation brachten. 

Rechtsanwalt Clifford Tibber von der Kanzlei Anthony Gold, welche die Überlebenden und Angehörigen der Toten vertritt, sagte, dass diese fassungslos sein werden, wenn sie erfahren, dass Babar nur einen kleinen Teil seiner möglichen Strafe absitzen musste. 

„Babar hat eingestanden, ein Ausbildungslager errichtet und finanziert zu haben, welches von den 7/7-Bombern besucht wurde“, sagte Tibber. „Als die britische Regierung den Lockerbie-Bomber Megrahi, der zu einer lebenslangen Strafe verurteilt wurde,  nach acht Jahren aus Gründen des Mitleids entlassen hatte, waren die Amerikaner wütend. Stellen sie sich vor, wie sich die Hinterbliebenen und Überlebenden angesichts der geringfügigen Strafe [Babars] fühlen.“ 

Megrahi wurde seinerzeit aufgrund einer schweren Krankheit mit bald erwartetem Eintreten des Todes, entlassen und nach Libyen überführt.

Eine Anmerkung des Richters, dass Babar „sogar schon vor seine Festnahme mit der Kooperation begann“, hat – neben anderen Indizien, die dem Guardian vorliegen – den Verdacht erhärtet, dass er für die US-Regierung bereits vor seiner Inhaftierung im April 2004 als Informant arbeitete. 

Babar förderte das Wissen der London-Attentäter in der Herstellung von Bomben, nachdem er rund ein Dutzend britischer Dschihadisten eingeladen hatte, sein im Sommer 2003 in Nordwest-Pakistan errichtetes Lager aufzusuchen.

In einer Besprechung mit Beamten der US-Strafverfolgungsbehörde im Jahr 2004 unterrichtete Babar diese über [den 7/7-Anführer] Khan, den er als „Ibrahim“ kannte. Britische Terror-Ermittler zeigten Babar im August 2004 ein unklares Überwachungsfoto von Khan, auf welchem Babar ihn aber nicht identifizieren konnte.

Babar sagte, als er in den Nachrichten nach den Anschlägen ein Bild von Khan sah, habe er sofort die US-Behörden informiert. „Ich habe ihnen gesagt, dass diese Person Ibrahim ist. Ich hatte Ibrahim vor dem Juli 2005 erwähnt.“

Nach seinem Schuldspruch im Jahr 2004 verbrachte Babar einen Großteil seiner viereinhalb-jährigen Strafe außerhalb des regulären Vollzugsystems. Er flog nach Kanada und Großbritannien, um in Gerichts-Verfahren seine Aussage abzugeben und traf sich rund um die Welt mit Beamten der Strafverfolgung.

2008 wurde ihm Kaution gewährt, nachdem er von einem Richter gewarnt wurde, dass seine ausstehende Verurteilung 70 Jahre Haft betragen könnte und er sein endgültiges Urteil erwartete.

Obwohl ein Bewährungsbericht vom 9. Juli 2010 empfahl, dass Babar weitere 30 Jahre im Gefängnis verbringen sollte, unterbreite die US-Staatsanwaltschaft einen eigenen Bericht, bekannt als 5K1, in dem Babars Arbeit gepriesen wurde.

Ein daraus vor Gericht vorgetragener Auszug lautet: „Über die letzten sechseinhalb Jahre war das Ausmaß der Mithilfe von Babar gegenüber der US-Regierung und ausländischen Regierungen mehr als substantiell. Es war außergewöhnlich.“

Als der stellvertretende US-Staatsanwalt Brendan McGuire im Gericht über Babars helfende Rolle bei der Inhaftierung von britischen, kanadischen und US-amerikanischen Terroristen sprach, beschrieb er dessen Kooperation als ungewöhnlich und empfahl ein deutlich reduziertes Strafurteil.

Babars Rechtsanwalt Daniel Ollen sagte dem Gericht, dass sein Mandant während der zwei Jahre, in denen er auf Kaution frei war, seine „Schulden gegenüber der Gesellschaft beglichen“ und ein neues Leben mit seiner Ehefrau und seiner Tochter begonnen habe.

Ollen erklärte, dass die positiven Einlassungen der Regierung vor Gericht Bände über Babars „ungeheuer erfolgreiche“ Aktivitäten sprächen und dass er in 30 Jahren noch nie einen positiveren 5K1-Bericht der Regierung gesehen habe. 

Gegenüber dem Guardian erklärte Ollen, dass die Regierung sich vor Gericht für Babar stark einsetzte. „Sie gebrauchten Worte wie ‚außergewöhnlich’ und ‚beispiellos’. Vereinfacht gesagt: Babars Kooperation war wirklich spektakulär.“ 

Als der Richter Victor Marrero sein Urteil über Babar sprach, lobte er dessen Arbeit und bezeichnete die Strafe von vier Jahren und acht Monaten als „vernünftig und angemessen“.

„Das Gericht nimmt zur Kenntnis, dass die Regierung die Kooperation von Herrn Babar als signifikant, wahrhaftig, vollständig und verlässlich einschätzt“, sagte Morrero.

„Er arbeitete mit dem FBI und ausländischen Regierungen zusammen, um bei Ermittlungen gegenüber terroristischen Organisationen, inklusive Al-Qaeda, und terroristischen Aktivitäten wie dem Londoner Anschlag, zu assistieren.“  

„Unter Berücksichtigung der Art und Umstände seiner Straftaten und der Geschichte und Eigenschaften des Angeklagten ... hält das Gericht das Urteil in Höhe der bereits abgesessenen Haftdauer für vernünftig und angemessen und dass eine solche Dauer ausreichend, aber nicht höher als nötig, ist, um die maßgebenden Ziele des Urteils zu fördern“, so Morrero.

Ein Beamter der Strafverfolgung, der Babar festgenommen und mehr als 500 Stunden in Besprechungen mit ihm verbracht hatte, hält ihn für eigennützig. Der Beamte, der nur als Agent A bekannt sein möchte, sagte: „Babar war kein Held. Er schaute nicht auf die US-amerikanische Flagge und wurde plötzlich patriotisch. Als er mit dem Rücken zur Wand stand, tat er, was richtig für ihn war ... er war egoistisch.“

Weitere Nachforschungen brachten Vorwürfe eines US-Spitzenanwalts in Terrorfällen zutage, der unter Verschluss gehaltene Beweismittel überprüft hatte, welche darauf hindeuten, dass Babar bereits vor seiner Festnahme im April 2004 für die US-Behörden arbeitete.

Nachdem er die Gerichtsprotokolle selbst gelesen hat, sagte Graham Foulkes: „Da gibt es einen Hinweis in einem oder zwei der Sätze des Protokolls, die stark dafür sprechen, dass Babar bereits vor seiner offiziellen Festnahme kooperierte. Und es sieht so aus, als hätten die US-Amerikaner eventuell im Detail gewusst, was Babar in Pakistan [zu dieser Zeit] trieb, und das ist eine sehr, sehr ernste Angelegenheit.“

Auf eine Nachfrage an das Büro des Richters Morrero, zu diesen Äußerungen Stellung zu  nehmen, verweigerte das Büro jeden Kommentar. Das Büro der US-Staatsanwaltschaft weigerte sich, einen Kommentar darüber abzugeben, ob Basar vor seiner Festnahme mit den US-Behörden zusammenarbeitete.

Die Beamten der Strafverfolgung, die an Babars Festnahme und an den Besprechungen mit ihm beteiligt waren, weigerten sich, die Vorwürfe zu diskutieren. 

Barbars gegenwärtiger Aufenthaltsort ist, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen wurde und nicht mehr im Zeugenschutzprogramm ist, unbekannt. Beim Besuch des Jamaika-Areals in Queens, New York, wo Babar seine Kindheit verbrachte, wurde dem Guardian gesagt, dass seine Mutter in Pakistan Urlaub mache. Die Frau, die die Tür öffnete und sich selbst als Babars Cousine vorstellte, wusste nicht, wo Babar lebt und verweigerte jeden weiteren Kommentar.


Der Artikel erschien im Original unter dem Titel London 7/7 Bombing: Islamist Who Trained Was US Informant am 13. Februar 2011 bei Global Research. Ebenfalls am 13. Februar erschien der Artikel im britischen Guardian.

Übersetzung: Hintergrund



Shiv MalikDer Autor:
Shiv Malik ist ein investigativer Journalist aus Großbritannien und schreibt u.a. für den Guardian und The Independent. Kritisch setzt er sich mit dem Thema Terrorismus auseinander. Er ist Mitverfasser des Buches Jilted Generation: How Britain Has Bankrupted Its Youth, in welchem versucht wird, den Werdegang von Mohammad Sidique Khan nachzuvollziehen und wie sich dieser von einem normalen, umgänglichen Jugendlichen zu einem Terroristen gewandelt hat. Die Polizei verlangte die Übergabe des Quellenmaterials des Buches. Maliks Klage dagegen wurde später vom Gericht mit Einschränkungen statt gegeben.




 Quelle des Originalbeitrags: http://www.hintergrund.de/201102151367/globales/terrorismus/terroranschlaege-am-7-juli-2005-in-london-ausbilder-war-us-informant.html

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