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02 Jun 2012

CIA veröffentlicht 800-Seiten El-Kaida-Akten

Vorgestern wurden 800-Seiten CIA-Papiere mit derem Wissen über Osama bin Laden und El-Kaida veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgte auf Grund einer FOIA-Anfrage von Intelwire-Betreiber und Buchautor von "Jihad Joe- Americans Who Go To War In The Name Of Islam", J.M. Berger. Beide sind mir bisher nicht weiter aufgefallen, vielleicht ein Nachfolgekonzept für SITE und Intelcenter, wenn aber mit einer sehr transparenten Strategie und damit im ersten Augenblick positiv.


CIA-Report


Hier die Meldung:

http://www.securitymanagement.com/news/cia-releases-cache-al-qaeda-9-11-docs-009943

 Hier der direkte Downloadlink (Achtung, 13,4MB):

http://intelwire.egoplex.com/CIA-911-Binder1.pdf
  
So weit mir bekannt, ist es das erste Mal, dass wir direkt von der CIA-Akten zu El-Kaida zu sehen bekommen. Dies kann natürlich trotzdem nur ein Bruchteil des Geheimdienstwissens sein, welches vorliegt, und natürlich ist auch darin sehr viel zensiert, teilweise ganze Kapitel. Dennoch dürfte die Veröffentlichung eine der größten Quellen des geheimdienstlichen Wissens sein, seit der Veröffentlichung des Joint Report


Ich habe natürlich noch nicht alles lesen können- neben der Zubaida-Geschichte diese Woche sind ja Anfang Mai bereits die Files veröffentlicht worden, die man auf Osamas Computer gefunden haben will, eine genaue Analyse allen Materials dürfte Wochen dauern. Was mir bei den CIA-Akten schon aufgefallen ist: Schon bei Osamas Lebenslauf  wurde im Jahr 1978 heftigst zensiert. Was da wohl stand? Wenn ich die CIA wäre, würde ich natürlich alle Sachen, die auf mich zurückfallen könnten, zensieren, und möglichst dafür sorgen, dass ich im guten Licht erscheine. Allerdings ergeben sich daraus Zielkonflikte, etwa, wenn man dokumentieren will, wie gut man gewarnt hat, bleibt immer die Frage, woher man welches Wissen hatte und warum nichts unternommen wurde. So dokumentiert mit auf Seite 47 aufgeführten "PDB's" und "SEIB's" (Senior Executive Intelligence Brief, ein Dokument, welches von Geheimdienstanalysten erstellt wird und in der Regel aus dem PDB des Vortags besteht, aber einem größerem Personenkreis als dieses zur Verfügung gestellt wird und weniger Infos enthält), die so bisher so noch nicht bekannt waren, ein weiteres Mal, dass "No Warnings" ein Mythos war.


SEIBs auf Seite 47

Von den ersten beiden erwähnten Briefings war bisher beispielsweise der Titel nicht bekannt- zum Inhalt gab es mal was in Tenets Memoiren. Und im Zuge einer weiteren Recherche sind mir wiederum gut ein Dutzend Hinweise untergekommen, dass die Bin Laden-Gruppe wirklich etwas mit Flugzeugen plante, aber sehr wahrscheinlich eine Entführung einer oder mehrerer Maschinen, um den blinden Scheich freizupressen-so wie es Condoleezza Rice bereits ausgesagt hatte, wie es Mossaoui ausgesagt hatte- wie es auch die Bin Laden-Leute selbst sagten. Nur die Leute, die das PDB vom 6.8.2001  schrieben, konnten das selbst ein Jahr nach Osamas öffentlicher Ankündigung angeblich nicht bestätigen, obwohl es bis dahin bereits einige Verhaftete, Prozesse,  selbst Aussteiger und Überläufer gab,

Presidental Daily Briefing 6.8.2001

Ich würde zu 80% darauf tippen, dass es sich bei dieser speziellen Quelle um eine Aussage dieses Herren handelte, die wenigen Fakten, die wir kennen, passen dazu. Fakt ist: Es gab diverse Warnungen. Aber es wurde nichts unternommen. Warum bleibt bis heute das Geheimnis der damaligen Bush-Administration.  
   
 
Last modified on Saturday, 02 June 2012 11:21
Dirk Gerhardt

Dirk Gerhardt

Seit 2002 als engagierter 9/11 Beobachter im Internet unter dem Namen Sitting Bull bekannt.

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