Familiengeschichte: Artikel zum Tode meiner Ur-Oma auf einestages

Sie war das erste zivile und unbeteiligte Opfer des Tages, insgesamt starben 18 Menschen am 17.07.1932, 16 davon durch Polizeikugeln. Meine Geschichte wurde heute in einem Spiegel Online - einestages Zeitzeugen-Beitrag veröffentlicht.
Hier der Link zu dem Artikel:
http://einestages.spiegel.de/s/ab/25187/altonaer-blutsonntag-1932-massaker-unter-zivilisten.html

Dazu muss ich sagen, dass ich natürlich einen ganz anderen Artikel eingereicht hatte und dieser durch die einestages-Redaktion geprüft, verändert, neu gestaltet wurde. So heißt es auf deren Webseite auch: Zeitgeschichte ist ein sensibles Thema. Darum werden alle Texte und Fotos von der Redaktion geprüft. Beiträge werden gegebenenfalls gekürzt oder redigiert, bevor sie auf einestages veröffentlicht werden.
Das ist natürlich das Recht des Seiteninhabers. Komisch nur: In der ersten korrigierten Version waren ALLE Hinweise auf eine mögliche Inszenierung des Tages herauseditiert, nach Rücksprache, weil "es nicht passte". Auch die Info, dass die Blankovollmacht zum Staatsstreich bereits 3 Tage vorher unterschrieben wurde- genauso, wie der nicht unerhebliche Fakt, dass die 90.000 Mann umfassende, hauptsächlich sozialdemokratisch eingestellte Preußische Polizei damit als potenzieller Naziwiderstand ebenfalls entmachtet war, fehlten nun. Unter Protest, und weil die Hinweise darauf eine Angelegenheit sind, die ich nicht einfach so unter den Tisch fallen lassen wollte, hat man sich dann doch dazu bereit erklärt, einige Absätze dazu einzufügen, die zumindest den Gedanken an eine Inszenierung aufnehmen. Andere Sachen sind natürlich weggefallen: Jeder Hinweis auf "tiefenpolitische" Ereignisse, und wie die Nazis diese tatsächlich einsetzten, wurde so herausgefiltert- was allerdings wenig verwunderlich scheint, wenn man bedenkt, das der Spiegel bis heute an der Alleintäterthese Marinus van der Lubbe zum Reichstagsbrand festhält. Damit jeder sehen kann, wie die Endversion sich von meiner eingereichten Version unterscheidet, habe ich hier ein pdf-Dokument hochgeladen. Diese eingereichte Version war übrigens unter tatkräftiger Mithilfe eines Journalisten sowie dank Hinweisen vom Buchautor Robert Brack bereits ausgiebig lektoriert worden. Sei es drum- veröffentlicht ist veröffentlich- ein weiterer Schritt auf meiner "Hobbyautoren und -blogger-Karriere".
Einige haben schon gefragt, ob das Ereignis eine Motivation für mich darstellt, mich wegen False Flag Terror, dunkle Machenschaften, die wegen Staatsräson nie aufgeklärt werden usw. so einzusetzen. Ich kann dazu nur sagen, wenn, dann nicht bewußt, da ich die Details des Blutsonntags und die mögliche Inszenierungs-Hypothese bis vor ein paar Jahren gar nicht kannte- vielleicht aber unbewusst, weil Gerechtigskeitssinn und Zivilcourage von mir gelebte Werte sind, die bereits meine Mutter stark verinnerlicht hatte.
Dieser Eintrag ist wider das Vergessen gerichtet: Vor allem den Opfern des sogenannten Altonaner Blutsonntags:
Die Opfer des 17.07.1932:
Die zivilen Opfer:
Emil Fühler, 72, Rentner
Emil Fydrich, 29, Seemann
Walter Gehrke, 21, Bote
Erwin Gess, 23, Arbeiter
Adolf Hagen, 35, Maurer
Walter Jackisch, 46, Tischler
Franz Kalinowski, 48, Arbeiter
Emil Kerpl, 57, Anstreicher
Willi Miersch, 25, Melker
Hermann Ragotzki, 48, Arbeiter
Anna Raeschke, 33, Hausfrau
Karl Rasch, 28, Arbeiter
Hans Schmitz, 79, Rentner
Erna Sommer, 19, Dienstmädchen
Helene Winkler, 44, Hausfrau
Emma Würz, 33, Hausfrau
Die SA-Angehörigen:
Peter Büddig, 24, Seemann
Heinrich Koch, 28, Kellner
Die später hingerichteten:
Walter Möller, 27, Arbeiter
August Lütgens, 35, Seemann
Buno Tesch, 19, Klempner
Karl Wolff, 21, Schumacher
Nicht nur den Opfern, dieser Beitrag soll auch dazu dienen, aufzuklären, solche Ereignisse wie Staatsverbrechen mit einhergehender Willkür und Vertuschung sind möglich, und nur wenn wir uns diesen offen und ehrlich stellen, können wir verhindern, dass weiter in Namen der Staatsräson oder tiefenpolitischen Zielen von Eliten solche Verbrechen erfolgen können.
Dirk Gerhardt
Seit 2002 als engagierter 9/11 Beobachter im Internet unter dem Namen Sitting Bull bekannt.
Latest from Dirk Gerhardt
- Neue Enthüllungen in Sachen Whistleblowerin Sibel Edmonds
- 3Sat mit Beitrag zum Bombenleger-Prozess- Oktoberfestattentat von stay behind?
- Saudi-Spur: FBI veröffentlicht Akte- Graham will neue Untersuchung
- Dr. Daniele Ganser auf dem Quo Vadis NATO?-Kongress
- Quo Vadis NATO? - Bericht aus AG Medien als Kriegspartei und Recht






