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14 Jul 2012

Familiengeschichte: Artikel zum Tode meiner Ur-Oma auf einestages

In Debattenbeiträgen in einigen Foren hatte ich es schon mal erwähnt, dass meine Ur-Oma Anna Raeschke 1932 beim sogenannten Altonaer Blutsonntag ermordet wurde- hier im Blog allerdings noch nicht. Ich hatte lediglich, nach der Lektüre von Robert Bracks Buch "Blutsonntag", mal darauf hingewiesen, dass es eine potenzielle False Flag-Inszenierung gewesen sein könnte. Und zwar in diesem Bericht zum letztjährigen dezentralen 9/11 Aktionstag.

Anna Maria Raeschke

Sie war das erste zivile und unbeteiligte Opfer des Tages, insgesamt starben 18 Menschen am 17.07.1932, 16 davon durch Polizeikugeln. Meine Geschichte wurde heute in einem Spiegel Online - einestages Zeitzeugen-Beitrag veröffentlicht.

Hier der Link zu dem Artikel:
http://einestages.spiegel.de/s/ab/25187/altonaer-blutsonntag-1932-massaker-unter-zivilisten.html

Sterbeurkunde der Anna Maria Raeschke- meiner Ur-Oma


Dazu muss ich sagen, dass ich natürlich einen ganz anderen Artikel eingereicht hatte und dieser durch die einestages-Redaktion geprüft, verändert, neu gestaltet wurde. So heißt es auf deren Webseite auch: Zeitgeschichte ist ein sensibles Thema. Darum werden alle Texte und Fotos von der Redaktion geprüft. Beiträge werden gegebenenfalls gekürzt oder redigiert, bevor sie auf einestages veröffentlicht werden. 

Das ist natürlich das Recht des Seiteninhabers. Komisch nur: In der ersten korrigierten Version waren ALLE Hinweise auf eine mögliche Inszenierung des Tages herauseditiert, nach Rücksprache, weil "es nicht passte". Auch die Info, dass die Blankovollmacht zum Staatsstreich bereits 3 Tage vorher unterschrieben wurde- genauso, wie der nicht unerhebliche Fakt, dass die 90.000 Mann umfassende, hauptsächlich sozialdemokratisch eingestellte Preußische Polizei damit als potenzieller Naziwiderstand ebenfalls entmachtet war, fehlten nun. Unter Protest, und weil die Hinweise darauf eine Angelegenheit sind, die ich nicht einfach so unter den Tisch fallen lassen wollte, hat man sich dann doch dazu bereit erklärt, einige Absätze dazu einzufügen, die zumindest den Gedanken an eine Inszenierung aufnehmen. Andere Sachen sind natürlich weggefallen: Jeder Hinweis auf "tiefenpolitische" Ereignisse, und wie die Nazis diese tatsächlich einsetzten, wurde so herausgefiltert- was allerdings wenig verwunderlich scheint, wenn man bedenkt, das der Spiegel bis heute an der Alleintäterthese Marinus van der Lubbe zum Reichstagsbrand festhält. Damit jeder sehen kann, wie die Endversion sich von meiner eingereichten Version unterscheidet, habe ich hier ein pdf-Dokument hochgeladen. Diese eingereichte Version war übrigens unter tatkräftiger Mithilfe eines Journalisten sowie dank Hinweisen vom Buchautor Robert Brack bereits ausgiebig lektoriert worden. Sei es drum- veröffentlicht ist veröffentlich- ein weiterer Schritt auf meiner "Hobbyautoren und -blogger-Karriere".


Einige haben schon gefragt, ob das Ereignis eine Motivation für mich darstellt, mich wegen False Flag Terror, dunkle Machenschaften, die wegen Staatsräson nie aufgeklärt werden usw. so  einzusetzen. Ich kann dazu nur sagen, wenn, dann nicht bewußt, da ich die Details des Blutsonntags und die mögliche Inszenierungs-Hypothese bis vor ein paar Jahren gar nicht kannte- vielleicht aber unbewusst, weil Gerechtigskeitssinn und  Zivilcourage von mir gelebte Werte sind, die bereits meine Mutter stark verinnerlicht hatte.

Gedenktafel an die 4 unschuldigen Opfer 


Dieser Eintrag ist wider das Vergessen gerichtet: Vor allem den Opfern des sogenannten Altonaner Blutsonntags:

Die Opfer des 17.07.1932:

Die zivilen Opfer:

Emil Fühler, 72, Rentner

Emil Fydrich, 29, Seemann

Walter Gehrke, 21, Bote

Erwin Gess, 23, Arbeiter

Adolf Hagen, 35, Maurer

Walter Jackisch, 46, Tischler

Franz Kalinowski, 48, Arbeiter

Emil Kerpl, 57, Anstreicher

Willi Miersch, 25, Melker

Hermann Ragotzki, 48, Arbeiter

Anna Raeschke, 33, Hausfrau

Karl Rasch, 28, Arbeiter

Hans Schmitz, 79, Rentner

Erna Sommer, 19, Dienstmädchen

Helene Winkler, 44, Hausfrau

Emma Würz, 33, Hausfrau

 

Die SA-Angehörigen:

Peter Büddig, 24, Seemann

Heinrich Koch, 28, Kellner


Die später hingerichteten:


Walter Möller, 27, Arbeiter

August Lütgens, 35, Seemann

Buno Tesch, 19, Klempner

Karl Wolff, 21, Schumacher


Nicht nur den Opfern, dieser Beitrag soll auch dazu dienen, aufzuklären, solche Ereignisse wie Staatsverbrechen mit einhergehender Willkür und Vertuschung sind möglich, und nur wenn wir uns diesen offen und ehrlich stellen, können wir verhindern, dass weiter in Namen der Staatsräson oder tiefenpolitischen Zielen von Eliten solche Verbrechen erfolgen können. 
             

        
Last modified on Sunday, 15 July 2012 18:34
Dirk Gerhardt

Dirk Gerhardt

Seit 2002 als engagierter 9/11 Beobachter im Internet unter dem Namen Sitting Bull bekannt.

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