Der 1934 geborene Prof. Dr. David Ray Griffin ist pensionierter Professor der Philosophie und der Theologie. Der Anhänger der Ideen Alfred North Whiteheads, neben Bertrand Russell der wichtigste britische Philosoph des 20. Jahrhunderts, hatte bereits mehr als 20 Bücher zu religiös-philosophischen Themen veröffentlicht, als er 2003 auf die unbeantworteten Fragen rund um den 11. September 2001 stieß. Inzwischen hat Griffin sieben Bücher über den "Tag, der die Welt veränderte," geschrieben. Am 9. Mai hielt Griffin im Rahmen einer Europa-Tournee einen Vortrag im Hamburger Kino Magazin. Im Anschluß stellte er sich dem Schattenblick für folgendes Interview zur Verfügung:
Dr. David Ray Griffin
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DRG: Also am 11. September selbst und noch kurz darauf akzeptierte ich die Interpretation von liberaler Seite, daß dies ein Gegenangriff als Reaktion auf die US-amerikanische Politik im speziellen in der arabischen und der muslimischen Welt war. So etwas öffentlich in Amerika auch nur zu sagen, war damals nicht erlaubt. Man durfte nicht sagen: "Das haben wir uns selbst eingebrockt." Eine Reihe bekannter Leute wurde sehr heftig kritisiert, weil sie so etwas andeuteten. Aber es hat mich darauf gebracht, daß ich in einem Buch über globale Demokratie, an dem ich seit 1992 arbeitete, kein Kapitel über den amerikanischen Imperialismus hatte. In jedem Kapitel, ganz gleich, wovon es handelte - die ökologische Krise, globale Apartheid oder was auch immer - war Amerika stets ein wichtiger Faktor. Bis dahin hatte ich den amerikanischen Imperialismus als solchen noch nicht ins Visier genommen, also kam ich nun zu dem Schluß, daß ich ein Kapitel darüber brauchte und begann, es zu schreiben. Doch wenn man einmal mit dem amerikanischen Imperialismus anfängt, gibt es kein Ende. Also war das Kapitel bald genauso lang wie der Rest des Buchs. Nach und nach wurde mir klar, daß ich da an einem weiteren Buch arbeitete. Ich hatte also dieses Buch ungefähr zu zwei Dritteln fertig, als mir jemand im März 2003 eine Kurzfassung von Paul Thompsons Complete 9/11 Timeline zuschickte. Das war der Zeitpunkt, an dem ich mich der Idee öffnete, daß 9/11 das Werk von Insidern gewesen sein könnte. Ein Kollege auf Besuch, ein Professor von einer anderen Schule, hatte mir das schon einige Monate zuvor im September 2002 nahegelegt. Ich hatte mir das angehört und es für möglich gehalten, hatte aber gesagt, ich bräuchte Beweise. Und er sagte: "Die schicke ich." Er hatte mir eine Liste von Webadressen geschickt. Ich habe sie mir angesehen, fand das Material nicht überzeugend, und habe ich mich wieder an die Arbeit an meinem Buch über amerikanischen Imperialismus gemacht. Als ich aber Paul Thompsons 9/11 Timeline bekam, erkannte ich, daß es wahrhaft Hunderte von Berichten in den Mainstream-Veröffentlichungen gab, die irgendeinem Teil der offiziellen Geschichte widersprachen. Also fing ich mit einem Artikel über 9/11 an, von dem ich dachte, ich könnte ihn in der einen oder anderen Zeitschrift wie zum Beispiel Harper's veröffentlichen. Aber es passierte das gleiche. Ich fing an zu schreiben, und er wurde länger und länger. Und recht schnell wurde mir klar, daß es ein Buch wurde. Irgendwie fühlte ich mich verpflichtet, es zu schreiben, denn zu der Zeit hatte ich bereits 25 Bücher veröffentlicht. Also dachte ich: "Nun gut, ich werde auch hierzu etwas veröffentlichen können." Doch obwohl ich so viele Veröffentlichungen aufweisen konnte und man meine Bücher allgemein als ziemlich gut ansah, stellte es sich als extrem schwierig heraus. Doch zum Thema 9/11 beantworteten die Verlagsredakteure nicht einmal meinen Brief. Schließlich stieß ich auf Interlink Books, die dann 2004 "The New Pearl Harbour: Disturbing Questions about the Bush Administration and 9/11" veröffentlichten. So bin ich also dazu gekommen.
SB: Obgleich das Gegenteil behauptet wird, gibt es einen ganzen Berg von Beweisen, die ziemlich deutlich zeigen, daß spätestens seit 2000 die amerikanischen Geheimdienste die Bewegungen einer Anzahl von ausländischen Muslimen in den USA überwachten, die später als Täter oder Beteiligte an der Konspiration präsentiert werden sollten: Das Oberkommando der Spezialkräfte in Florida verfolgte Mohamed Atta im Rahmen des Programms Able Danger; Chalid Al Midhar und Nawaz Al Hazmi lebten zusammen mit einem FBI-Informanten namens Abdussattar Sheikh in San Diego, und ihre Telefonanrufe wurden von der NSA in Fort Meade, Maryland, abgehört. Zacarias Moussaoui, der sogenannte "20. Hijacker", wurde am 16. August 2001 verhaftet, nachdem er in einer Flugschule in Minnesota Verdacht erregt hatte. Und wie wir von Coleen Rowley wissen, torpedierte das FBI Hauptquartier die Versuche seines eigenen Außendienstbüros in Minneapolis, eine Ermächtigung vom FISA-Gericht zu bekommen, dessen Laptop und Telefondaten zu durchsuchen, obgleich nur wenige Wochen zuvor Kenneth Williams, ein FBI-Agent in Phoenix verdächtige Aktivitäten arabischer Flugschüler in Arizona gemeldet und empfohlen hatte, alle Schulen dieser Art auf potentielle terroristische Flugzeugentführer zu überprüfen. In einem kürzlich erschienenen Artikel beschuldigte Ray McGovern, der für vier US-Präsidenten die täglichen CIA-Briefings vorbereitet und präsentiert hatte, George Tenet, 2004 die 9/11-Kommission unter Eid mit der Aussage angelogen zu haben, er habe George W. Bush nicht ein einziges Mal während der außerordentlich langen Ferien des Präsidenten im August 2001 auf seiner Ranch in Crawford getroffen. [1] Wie McGovern unter Bezugnahme auf die Autobiographie von Tenet darlegte, besuchte der damalige Direktor der Central Intelligence Bush zweimal während dieser Periode in Texas: einmal um das berüchtigte tägliche Briefing für den Präsidenten vom 6. August 2001 mit dem Titel "Bin Laden entschlossen, in den USA zuzuschlagen", und einmal, um die Festnahme von Moussaoui zu besprechen. Aus all dem könnte man schließen, daß Washington die Angriffe sehr wohl hätte verhindern können, es aber vorzog, es nicht zu tun. Zu welchen Schlußfolgerungen sind Sie in dieser Sache gelangt?
DRG: Nun, das ist alles sehr mysteriös. Wie Ihre Frage schon anklingen läßt, stützt diese Art von Beweisen die Idee, daß die Anschläge wirklich von diesen muslimischen Al-Kaida-Mitgliedern organisiert wurden und daß die amerikanische Regierung davon wußte, es aber geschehen ließ. Ist das nun alles Teil einer vorbereiteten Geschichte, die man präsentieren konnte, damit die Menschen den Schluß daraus ziehen würden "Also, unsere Regierung ist irgendwie unfähig" oder "Wer weiß das schon"? Solche Beweise stützen aber die These, daß es wirklich Flugzeugentführer gab und so weiter und so fort. Welche Rolle spielten nun Atta und diese anderen jungen Männer? Wenn sie doch fromme Muslime sein sollten, warum trieben sie sich in Kneipen herum, nahmen Kokain, tranken Alkohol, bis sie betrunken waren, und heuerten Prostituierte und Striptease-Tänzerinnen an? Warum sollte das Teil der Tarnung sein, wo doch die Rede von sehr frommen Al-Kaida-Mitgliedern ist? Und, also das sind Dinge, bei denen ich nicht sagen kann, was wirklich vor sich ging. Meine Vermutung ist, daß diese Kerle Bauernopfer sind. Aber wußten sie, daß sie Bauernopfer waren? Wußten sie, was sie da taten? Es hat den Anschein, als sei Atta in den Drogenschmuggel verwickelt gewesen. Alle Informationen über das, was er in Florida gemacht hat, wie die Flugschule, deuten in diese Richtung. Er war offenbar bereits fertiger Pilot. Er brauchte keine Flugstunden. Warum ging er also zu jener Schule? Seine Freundin in Florida, eine ehemalige Striptease-Tänzerin namens Manda Keller, sagt, daß er offensichtlich dort sein Kokain bekam. Deshalb sage ich: "Alles, was wir wissen, ist, daß die offizielle Geschichte nicht stimmt." Wir wissen nicht, was wirklich geschehen ist, und wir wissen ganz sicher nicht, wer diese Jungs waren, was ihre Rolle war, was sie dachten, daß sie es täten. Aber noch einmal: Mit einer Untersuchung könnten wir das alles ziemlich schnell herausfinden.
SB: Die sogenannten 19 Flugzeugentführer scheinen von einer Reihe ausländischer Geheimdienste entweder unterstützt oder überwacht worden zu sein, während sie in den USA waren. Die Miete von Al Midhar und Al Hasmi in San Diego wurde von Prinzessin Haifa, der Frau des saudischen Kronprinzen Bandar, der zu der Zeit Botschafter in Washington war, seit langem als Freund der Bush-Familie gilt und derzeit Nationaler Sicherheitsberater in Riad ist, bezahlt. Zudem wurden beide Männer von Omar Al Bayoumi, einem mutmaßlichen Mitglied des saudischen Geheimdienstes, beaufsichtigt. Diese Tatsachen scheinen der Hauptgrund dafür zu sein, warum 27 Seiten des gemeinsamen Berichts der Geheimdienstausschüsse von Repräsentantenhaus und Senat, der im Dezember 2002 veröffentlicht wurde, ausgeschwärzt wurden. Im Vorfeld der Anschläge vom 11. September wurden einige der mutmaßlichen Flugzeugentführer von als "Kunststudenten" getarnten, israelischen Agenten überwacht. Am Nachmittag der Anschläge wurden fünf Mossad-Agenten, die offiziell für ein Transportunternehmen in New Jersey mit Namen "Urban Moving Systems" arbeiteten, verhaftet, nachdem man wegen ihrer Jubelschreie, während sie an jenem Morgen von der anderen Seite des Hudson die brennenden Zwillingstürme filmten, auf sie aufmerksam geworden war. Nachdem sie zwei Monate im Gefängnis verbracht hatten, wurden die sogenannten "Urban Movers" Ende November 2001 entlassen and nach Israel abgeschoben. Einer von ihnen, Oded Ollmer, behauptete später in einem Interview mit israelischen Medien, daß es ihre "Absicht" gewesen sei, das "Ereignis zu dokumentieren". Im Oktober 2001 bewirkte die "Times of India" den plötzlichen Rücktritt des damaligen Leiters des pakistanischen Geheimdienstes Inter-Services Intelligence Directorate, Generalleutnant Mahmoud Adhmad, durch die Behauptung, daß dieser in dem vorangegangenen Sommer aus Dubai 100.000 Dollar an Atta in Florida hätte überweisen lassen. Laut der Times of India handelte es sich bei der Person, die diese Transaktion für Generalleutnant Ahmad ausführte, um Omar Saeed Sheikh, einen britischen Staatsbürger pakistanischer Herkunft, der in Indien in terroristische Aktivitäten verwickelt gewesen ist, unter Verdacht steht, ein Doppelagent des MI6 zu sein, und zur Zeit aufgrund seiner Verwicklung in die Ermordung des Wall-Street-Journal-Reporters Daniel Pearl in Pakistan im Gefängnis sitzt. In welchem Ausmaß waren Ihrer Meinung nach ausländische Geheimdienste an den Ereignissen von 9/11 beteiligt?
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Also, warum wurde Atta vom pakistanischen ISI Geld geschickt? Kam das Geld eigentlich von der CIA und wurde über das ISI zu Atta weitergeleitet? Kann sein, wir wissen es nicht, aber das wäre eine plausible Interpretation, wenn man überlegt, daß die CIA das ISI im Grunde aufgebaut hat und mit ihm eng zusammenarbeitet, wie der BCCI-Skandal zeigte. Als Atta das Geld erhielt - und an dieser Stelle müssen wir uns sagen, der Mann, den wir Mohamed Atta nennen -, handelte es sich um den frommen Deutschstudenten? Wohl kaum. Es gab einen Mohamed Atta, der ein frommer Moslem war. Jener Kerl war ganz sicher kein frommer Moslem. Nun also, der Mann, den wir Mohamed Atta nennen, dessen Bild sich im Bericht der 9/11-Kommission findet, der dieses Geld erhielt - was dachte er, wofür er das Geld bekommt? Bekam er das Geld für den Handel mit Drogen? Haben sie ihm einfach nur gesagt: "Hier sind deine Anweisungen. Du sollst dies tun ... und dann sollst du nach Boston fahren." Wir wissen es nicht. Wußte er, daß die 9/11-Operation bevorstand und daß er dafür als Sündenbock würde herhalten müssen? Vielleicht ja, wir wissen es aber nicht. Noch einmal bezogen auf die Frage, was wirklich am 11. September passierte, ich bin mir bei manchen Dingen ziemlich sicher: daß die Zwillingstürme und Gebäude 7 mit Sprengstoff zum Einsturz gebracht wurden, daß Flug 77 nicht in das Pentagon eingeschlagen ist und daß es keine muslimischen Entführer in den Flugzeugen gegeben hat. Aber das, was ich weiß, ist im Grunde nur Negatives, nämlich daß die offizielle Geschichte nicht wahr ist. Was die Frage, was wirklich passiert ist, betrifft, komme ich nochmal darauf zurück und sage: Wir brauchen eine Untersuchung, und dann könnten wir es recht schnell herausfinden.
SB: Das seltsame Benehmen von Präsident Bush am Morgen des 11. September ist etwas, mit dem Sie sich detailliert in Ihren Büchern befaßt haben. Im November 2001, bei seinem ersten Besuch in Florida nach jenem verhängnisvollen Tag, behauptete Bush während eines Treffens in einer Stadthalle auf eine Frage hin, er habe gesehen, wie das erste Flugzeug in das World Trade Center - American-Airlines-Flug-11 in den Nordturm - stürzte, 'bevor' er in eine Schulklasse voller Kinder ging, um eine Geschichte über eine Ziege zu hören, und habe lediglich zu sich selbst gesagt: "Das ist echt ein schlechter Pilot". Wenn das stimmt, hieße das, daß Bush den Angriff live gesehen hat - denn das Filmmaterial, das der Rest der Welt gesehen hat und das von einer Straße mitten in Manhattan von den Brüdern Gedeon und Jules Naudet gedreht wurde, wurde erst 12 Stunden nach dem Ereignis gesendet -, und daß das berühmte Bild von Andrew Card, wie er dem Präsidenten vor dem Klassenzimmer etwas ins Ohr flüstert, in dem Moment aufgenommen wurde, als der Stabschef den Präsidenten über den zweiten Aufprall, von United-Airlines-Flug-175 in den Südturm, informierte. Es hat Berichte in der alternativen Presse gegeben, daß Bush den ersten Einsturz über eine Live-Übertragung auf den Monitor in der Limousine seines Bruders Jeb, des Gouverneurs von Florida, gesehen hätte. Was halten Sie von Bushs unglaublichem Kommentar, den zu erklären, sich die Mainstreammedien nicht bemüht haben, und von der Version der Ereignisse, die seine schärfsten Gegner gerne glauben würden?
DRG: Ich vermute, daß die Geschichte wahr ist, daß er den ersten Angriff mittels irgendeiner Privatübertragung live gesehen hat, da Kameras aufgestellt waren, um den ersten Angriff aufzuzeichnen. Es liegt auf der Hand, daß man Kameras aufgestellt hat, um den Angriff aufzuzeichnen. Aber ich kann nicht behaupten, daß ich es wüßte oder auch nicht, daß ich zu 98 Prozent sicher bin, daß es wahr ist, weil es eine Frau gab - eine sehr intelligente Frau, die für die Regierung arbeitete, ganz klar eine sehr vernünftige Person, die sich in Washington auskennt -, die mir schrieb und mir mitteilte, daß sie selbst und einige ihrer Freunde den ersten Angriff live im Fernsehen gesehen hätten. Was soll man davon halten? Ich habe versucht, der Geschichte nachzugehen. Ich habe sie gebeten, mir die Namen einiger ihrer Freunde zu nennen. Ich habe versucht, jemanden zu finden, der sie interviewt, um zu sehen, ob sie dachten, sie wäre schon zu alt und hätte schon ein wenig den Überblick verloren. Am Ende konnte ich der Geschichte nicht auf den Grund gehen, also hat es ein wenig Zweifel in mir hinterlassen. Was würde das also bedeuten? Es würde bedeuten, daß diese Privatübertragung, die eigentlich nur für den Präsidenten, den Geheimdienst und so weiter bestimmt war, irgendwie ins öffentliche Fernsehen geraten ist. Nun, solche Dinge sind schon passiert. Es gab Fälle, wo Pornofilme plötzlich im Fernsehen aufgetaucht sind. Wer weiß, wie so etwas passiert. Es ist möglich, daß so etwas geschehen ist. Aber wenn es das ist, was passiert ist, würde das immer noch die Interpretation stützen, die Sie nahegelegt haben, daß es eine Privatübertragung war. Aber das kommt etwas Rätselhaftes hinzu. Wir können uns vorstellen, daß Bush, der bekanntlich nicht der hellste Kopf ist, es vielleicht einmal gesagt hätte, aber er sagte es zwei- oder dreimal! Seine Leute müssen ihm doch sicher gesagt haben: "George, sag' das nicht noch einmal. Du erinnerst Dich, Du hast das nicht gesehen. Das war doch unser kleines Geheimnis." Ich weiß es also nicht.
Etwas, das ich doch weiß und in meinem Buch "9/11 Contradictions" weiterentwickelt habe, ist, daß sie zum ersten 9/11-Jahrestag versucht haben, die offizielle Geschichte in Bezug auf Bushs Verhalten in Florida abzuändern. Andrew Card ist herumgegangen und hat eine neue Geschichte erzählt. Er sagte: "Ich bin hineingegangen und habe es dem Präsidenten ins Ohr geflüstert, und der Präsident saß einige Sekunden lang da, stand dann auf, entschuldigte sich und verließ den Klassenraum mit den Worten: 'Entschuldigen Sie mich, ich muß gehen und Präsident sein. Ich habe Pflichten zu erfüllen'." Und sie haben sogar die Grundschullehrerin Sandra Kay Daniels dazu gebracht, der Los Angeles Times sowie der New York Post, glaube ich, eine falsche Geschichte zu erzählen. Doch gerade fünf Tage zuvor hatte sie einem Reporter aus Florida eine ganz andere Geschichte erzählt und erklärt, daß der Präsident einfach dagesessen und dagesessen und dagesessen habe und daß sie ihn ja nicht einfach hätte treten können und sagen: "Herr Präsident, so tun Sie doch etwas!" Aber dann haben sie sie dazu gebracht, eine Geschichte zu schreiben, die im wesentlichen genau das wiederholte, was Card berichtete, nämlich daß er in den Raum gekommen sei und Bush unterrichtet habe, woraufhin der Präsident sich entschuldigt und gesagt habe: "Ich muß mich jetzt um meine Pflichten kümmern."
Nun, Card hat diese Geschichte dem San Francisco Chronicle und Brian William bei MSNBC erzählt. Er hat sie sogar Charlie Gibson bei ABC News erzählt, während er Rove mit dabei hatte. Und so setzten Card und Rove diese neue Geschichte in die Welt. Doch als Michael Moores Film "Fahrenheit 9/11" 2004 herauskam, enthüllte dieser der ganzen Welt, daß Bush nicht sofort aufgestanden war, sondern einfach dort herumgesessen hatte. Es kam 2002 sogar ein Buch namens "Fighting Back" heraus, in dem Bill Sammon, der Korrespondent der Washington Times im Weißen Haus, der an jenem Tag in Sarasota dabei war, schrieb, daß der Präsident nicht allein fünf Minuten herumsaß, sondern daß er, nachdem er aufgestanden war, im Zimmer auch noch eine Weile herumtrödelte. Sammon, obwohl er eigentlich ein großer Anhänger von Bush war, verpaßte ihn den Spitznamen Obertrödler, weil er einfach so herumgestanden und nichts unternommen hatte, und statt dessen die Unterhaltung mit den Schülern und der Lehrerin, Frau Daniels, fortgesetzt hatte. Sie logen also. Und als der Film von Michael Moore rauskam, wußte man bei NBC genau, daß Card sie belogen hatte. Bei ABC wußte man auch, daß er und Rove gelogen hatten, und sie haben es auch nicht berichtet. Sie haben niemals gesagt: "Also wissen Sie, Card und Rove traten bei uns auf und haben uns angelogen. Wir sind drauf reingefallen. Es tut uns leid, und wir wollen die Sache jetzt richtigstellen. Hier ist, was wirklich geschah." Nein, sie haben niemals ein Wort darüber verloren.
SB: Am Morgen des 11. September, als sich die Ereignisse in New York und Arlington zutrugen, wurden Cipro-Tabletten, die gegen Tollwut schützen, an Mitarbeiter des Weißen Hauses verteilt, was darauf hinweisen könnte, daß gewisse Personen dort von den bevorstehenden Anthrax-Anschlägen wußten. Wenn man bedenkt in welchem Ausmaß die Anthrax-Briefe, die, beginnend Ende September, Chaos im US-Postdienst verursachten, fünf Menschen töteten und das Gefühl, Amerika befinde sich im Belagerungszustand, steigerten, die Verabschiedung des US-PATRIOT-Gesetzes erleichterten, die praktisch über Nacht stattfand, scheint die Annahme nicht unvernünftig zu sein, daß die gleichen Kräfte hinter beiden Attacken steckten. Wie ist Ihre Meinung dazu?
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SB: Sie haben ein ganzes Buch geschrieben, in dem Sie den Bericht der 9/11-Kommission, der 2004 veröffentlicht wurde, als Vertuschungsmanöver riesigen Ausmaßes entlarven. Viele der Schlußfolgerungen, die man in diesem Bericht daraus zieht, wie die Angriffe ausgeführt worden sein sollen, gehen auf Informationen zurück, von denen angenommen wurde, man habe sie durch das Verhör von Khalid Sheikh Mohammed, dem mutmaßlichen Drahtzieher von 9/11, erhalten. Kürzlich veröffentlichte Dokumente enthüllen, daß KSM, als er in einem "black site" der CIA gefangengehalten wurde, 185 Mal der Wasserfolter ausgesetzt und in einem Fall einen Monat lang mit hochgebunden Händen und am Boden befestigten Füßen stehend fixiert wurde. Ein weiterer Skandal erfolgte 2007, als herauskam, daß das Filmmaterial des Verhörs von KSM illegalerweise vernichtet worden war. Ein interessanter Aspekt dieser speziellen Enthüllung war die Tatsache, daß die Zerstörung der Videobänder im November 2005 stattgefunden hat, gerade nachdem Richterin Leonie Brinkema die Übergabe jeglichen in Regierungshand befindlichen Materials gefordert hatte, das von Bedeutung für die Verteidigung im Fall Moussaoui sein könnte. Diese beiden Enthüllungen lassen schwerwiegende Fragen aufkommen bezüglich der Verläßlichkeit des "Geständnisses" von KSM oder vielmehr bezüglich dessen, was er beim Verhör gesagt haben soll. Ist KSM möglicherweise ein Bauernopfer, das man zum Sündenbock aufgebaut hat?
DRG: Nun, davor steht doch noch eine weitere Frage: Ist der Mann, den sie KSM nennen, der ursprüngliche KSM? Denn der ursprüngliche KSM sprach ziemlich gut Englisch und dieser Mann in Guantánamo tut es offensichtlich nicht. Es scheint, als hätten wir es hier mit einem Doppelgänger zu tun.
SB: Es ist interessant, daß Sie die Sprachfähigkeiten erwähnen, denn der ursprüngliche KSM hatte in den achtziger Jahren in Nord-Carolina studiert ...
DRG: Das ist richtig.
SB: ... zur selben Zeit, als Ali Mohamed in Fort Bragg war, das ebenfalls in North Carolina liegt.
DRG: Das ist richtig. Es ist wie bei Osama bin Laden, der gute Englischkenntnisse hatte, und trotzdem, als er 2007 angeblich ein Video gemacht hat und sich direkt an die amerikanische Bevölkerung wandte, benutzte er sein Englisch nicht, sondern sprach auf Arabisch. So -
SB: Es gab auch Berichte - entschuldigen Sie die Unterbrechung -, daß KSM bei derselben Polizeirazzia in Karatschi getötet wurde, bei der man Ramzi Binalshibh ausgerechnet am ersten Jahrestag von 9/11 verhaftet haben soll. Die Asia Times Online berichtete dies im Oktober 2002 und behauptete sogar, daß seine Ehefrau seine Leiche identifiziert habe.
DRG: Das stimmt.
SB: Also ist es durchaus möglich, daß die Person, die man uns jetzt in Guantánamo als KSM präsentiert, nicht der ursprüngliche KSM ist. Oder scheint das weit hergeholt zu sein?
DRG: Nein, ich nehme an, daß das der Fall ist, was darauf hindeuten würde, daß alles, was sie uns erzählen, gelogen ist. Um auf Ihre Frage zurückzukommen, KSM, der Mann, den sie KSM nennen, soll nahezu alles außer das Attentat auf Abraham Lincoln gestanden haben. Laut den offiziellen Dokumenten hat er sogar gestanden, daß Al Kaida einen Anschlag auf die Plaza Bank in Seattle plante, was recht außergewöhnlich ist, wenn man bedenkt, daß das Gebäude erst 2006 eingeweiht wurde, nicht einmal existierte, als er im Frühjahr 2003 verhaftet wurde. Das zeigt nur, daß sein sogenanntes Geständnis nichts wert ist.
Jetzt kommt eine interessante Sache, was die Mainstream-Presse betrifft. Seit einiger Zeit wird in vollem Umfang in der Presse die Tatsache diskutiert, daß die ganzen Details aus den Geständnissen von KSM und den anderen inhaftierten Al-Kaida-Mitgliedern, welche die 9/11-Kommission als Material benutzt hat, um ihre Geschichte von der Planung des 9/11 - wie Osama Bin Laden Mohammed Atta als Anführer ausgewählt hatte usw. - zu konstruieren, von der CIA stammten. Und Tom Keane und Lee Hamilton, die Kovorsitzenden der Kommission, offenbarten in ihrem Buch, daß sie mit keinem dieser Leute reden durften, daß sie keine Vernehmung beobachten durften, und daß sie nicht einmal mit den Befragern sprechen durften, welche die Erkenntnisse gewonnen haben. Also haben sie im Grunde genommen Informationen aus dritter Hand bekommen. Und das einzige Mal, daß sie ehrlich waren, war, als sie offen zugaben: "Wir haben keine Möglichkeit zu wissen, ob irgend etwas davon wahr ist." Das steht in dem Buch, das sie 2006 veröffentlicht haben, das die sogenannte Inside-Story der 9/11-Kommission sein soll. Doch im Abschlußbericht der 9/11-Kommission benutzten sie - d. h. benutze Philip Zelikow, denn er ist eigentlich derjenige, der den Bericht geschrieben hat - alle diese Informationen, um die offizielle Version zu konstruieren. Und nun räumen die Kovorsitzenden der Kommission ein, daß sie keine Möglichkeit hatten, zu wissen, ob irgendeine dieser Informationen zuverlässig war, was auch jetzt in der Presse herausgekommen ist, daß nämlich alle Informationen, von denen die CIA sagt, sie habe sie von KSM und den anderen erhalten, wahrscheinlich durch Folter, durch ungeheuer schwere Folter, erlangt wurden. Und wie wir wissen, kann man Menschen unter Folter dazu bringen, praktisch alles zu sagen, was man will. Trotz dieser beiden Enthüllungen glaubt die Presse immer noch die offizielle Geschichte, obwohl sie auf Dingen beruht, von denen man weiß, daß man sie nicht als zuverlässig akzeptieren kann.
Hier kommt nun ein interessanter kleiner Nebenaspekt: Yukihisa Fujita, der Senator in Japan, der Vorsitzender der "Politischen Führer für 9/11-Wahrheit" ist und öffentlich seine Skepsis der offiziellen Geschichte gegenüber kundgetan hat, hat einen Brief an Keane und Hamilton als Kovorsitzende der Kommission geschrieben und verschiedene Dinge erwähnt, die in letzter Zeit bekannt geworden sind und die Zweifel an der Geschichte aufkommen lassen, wie sie sie im Bericht der 9/11-Kommission erzählt haben, und von denen er annahm, daß sie auch ihnen zu denken hätten geben sollen. Er verwies auf die Enthüllungen bezüglich der Mobiltelefonanrufe aus den gekaperten Passagiermaschinen sowie bezüglich des Anrufs, den Barbara Olson aus dem American-Airlines-Flug-77 mit ihrem Mann, Ted, damals Solicitor General der Bush-Regierung, getätigt haben soll, von denen allen das FBI nun sagt, daß sie niemals stattfanden. Fujita verwies zudem auf die Enthüllungen über die Folter, die Zweifel bezüglich der Verläßlichkeit der Geständnisse aufkommen lassen, und in beiden Fällen fragte er sie: "Trauen Sie Ihrem eigenen Bericht noch?" Woraufhin Keane und Hamilton einfach zurückgeschrieben haben: "Ja, das tun wir." Sie gingen im einzelnen auf keine der sieben oder acht sehr schwerwiegenden Fragen ein, die er aufwarf. Sie befaßten sich mit keiner davon im Detail. Statt dessen haben sie einfach nur geantwortet: "Ja, wir glauben den Schlußfolgerungen des Berichts immer noch." Aber wenn das Fundament des Berichts völlig ausgehöhlt worden ist, dann kann man ihm keinen Glauben mehr schenken. Das ergibt keinen Sinn.
SB: In dem Bericht der 9/11-Kommission schrieben die Autoren das Versagen des US-Sicherheitsapparats, die Angriffe vom 11. September zu verhindern, einem "Mangel an Fantasie" zu. Auf einer Pressekonferenz am 16. Mai 2002 behauptete die damalige Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice, daß niemand habe "voraussehen können", daß Terroristen "versuchen würden, ein entführtes Flugzeug als Lenkwaffe einzusetzen". Dem widersprechen das bereits erwähnte tägliche Briefing des Präsidenten am 6. August 2001, später erschienene Fotos, die auf einer nationalen Katastrophenschutzübung im Oktober 2000 aufgenommen wurden, in deren Mittelpunkt ein Modell des Pentagons stand, in dessen Hof sich das Wrack einer Modell-Passagiermaschine befand, sowie die Tatsache, daß am Morgen des 11. September 2001 eine Übung stattfand unter anderem mit einem simulierten Fluzeugangriff auf das Hauptquartier des National Reconnaissance Office [mil. Nachrichtendienst für Satellitenaufklärung, NRO].
Interessanterweise hat Rice in ihrer Aussage vor der 9/11-Kommission eine völlig andere Erklärung dafür gemacht, warum im Sommer 2001 nicht mehr getan worden war, um die Angriffe zu verhindern. In dem Buch "Without Precedent", das Keane und Hamilton 2006 veröffentlichten, beschrieben die Kovorsitzenden der Kommission Rices Ausführungen folgendermaßen:
Sie berichtete der Kommission, daß die Öffentlichkeit nicht bereit war, die Anstrengungen von Präsident Bush zu unterstützen, drastische Maßnahmen gegen Al Kaida zu ergreifen. Es müßte ein katastrophales Ereignis geben, das die Menschen dazu zwingen würde, anders zu denken ... Rice wies darauf hin, daß die Nation vor 9/11 einfach nicht bereit war, drastische Maßnahmen gegen Al Kaida zu ergreifen - weder im Ausland noch durch eine Regierungsreform im Inland - und sagte: "Bis es ein katastrophales Ereignis gibt, das die Menschen dazu zwingt, anders zu denken, das die Menschen dazu zwingt, alte Sitten, alte Gebräuche und alte Ängste gegenüber dem Inlandsgeheimdienst über Bord zu werfen ... erreicht man nicht diese Art von Veränderung."Rices Sprache an dieser Stelle, "katastrophales Ereignis", klingt an jene an, die das neokonservative "Project for the New American Century" - d. h. Dick Cheney, Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz, John Bolton, Richard Perle et al. - in seinem Bericht mit dem Titel "Rebuilding America's Defenses" benutzt hat, der 2000 veröffentlicht wurde und in dem die Notwendigkeit eines "katalysierenden und katastrophalen Vorfalls wie ein neues Pearl Harbor" postuliert wurde, um die amerikanische Bevölkerung für eine Kampagne imperialistischer Aggression zu mobilisieren. War es in diesem Lichte nicht ausgesprochen logisch wiewohl gleichzeitig äußerst zynisch von Bush, Rices Vertrauten und früheren Arbeitskollegen Philip Zelikow, der bereits 1998 gemeinsam mit dem früheren Leiter der CIA, John Deutch, eine Studie als Koautor für den Council on Foreign Relations unter dem Titel "Catastrophic Terrorism - Imagining the Transformative Event" verfaßt hatte, auf dessen Buchdeckel sich eine Zeichnung der Zwillingstürme im Fadenkreuz befand, als leitenden Direktor der 9/11-Kommission einzusetzen?
DRG: Ja, ich habe ausführlich über Zelikow geschrieben und darüber, wie völlig unangemessen seine Wahl war. Nun, daß Bush direkt oder Cheney, der zu der Zeit als eigentlicher Präsident agierte, konkret seine Berufung zum leitenden Direktor bewirkt hat, dafür haben wir keine Beweise. Ganz offensichtlich war Karl Rove an der Besetzung der Kommissionsposten beteiligt, denn er selbst hat Keane angerufen, um ihn zu fragen. Ob nun Rove auch dafür gesorgt hat, daß Zelikow leitender Direktor wurde? Es würde mich nicht überraschen. Eigentlich gehe ich davon aus, daß es so war. Aber wir haben keinen Beweis dafür, daß es sich so zutrug. Auf jeden Fall war er eine völlig unangemessene Wahl, wenn es die Aufgabe der Kommission sein sollte, die Wahrheit herauszufinden. Eine der Fragen, welche die Kommission hätte stellen müssen, aber natürlich niemals gestellt hat, lautete: Könnte das Weiße Haus ein Motiv gehabt haben, den Angriff zuzulassen oder ihn zu inszenieren?
SB: Wenn man sich die Aktivitäten von Ali Mohamed vor Augen führt, der, als er ein Mitglied der US-Spezialkräfte in Fort Bragg war, die Täter des ersten Bombenangriffs auf das World Trade Center 1993, in den das FBI verwickelt war, [2] ausgebildet hat -, dann entweder als CIA-Doppelagent oder FBI-Informant oder beides weitermachte und Osama Bin Ladens Leibwächter wurde sowie die Angriffe auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam 1998 organisierte und von dem man annimmt, daß er 2001 in dem Zeugenschutzprogramm des US-Justizministeriums verschwunden ist, [3] scheint es, als sei der 11. September kein isoliertes Ereignis gewesen, sondern eher Teil des Versuchs gewisser Elemente des militärisch-industriellen Komplexes in den USA, eine islamische oder "grüne" Bedrohung heraufzubeschwören, um die kommunistische oder "rote" zu ersetzen, die 1989 so plötzlich verschwunden ist. In welchem Ausmaß würden Ihre Studien in diesem Bereich eine solche These stützen?
DRG: Ich denke, es gibt keinen oder nur geringen Grund, daran zu zweifeln. Das war es, was vor sich ging. Der militärisch-industrielle Komplex brauchte einen neuen globalen Feind von ähnlichem Ausmaß wie die kommunistische Bedrohung. In der Tat hatte die amerikanische Regierung schon geraume Zeit versucht, die Menschen mit dem Terrorismus zu schrecken. Ich meine, das geht zurück bis in die Reagan-Jahre, weil bereits damals die sowjetische Gefahr allmählich in Auflösung begriffen war. Aber diese Bemühungen waren bis 9/11 erfolglos geblieben. Was Ali Mohamed betrifft, da muß ich auf Peter Dale Scott verweisen, der der Experte auf diesem Gebiet ist. Ich habe Peters Sachen gelesen und glaube, daß sie wahrscheinlich der Wahrheit entsprechen. Was Ihre These betrifft, glaube ich, daß es außer Zweifel steht, daß bestimmte Kreise in den USA versuchten, den militanten Islam zur Bedrohung der nationalen Sicherheit aufzubauen, und mit dem 11. September ist es ihnen endlich gelungen.
David Ray Griffin mit einem SB-Redakteur
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DRG: Es gibt hier einige Parallelen zwischen 9/11 und dem JFK-Attentat. Erstens handelte es sich bei beiden um Inside-Jobs. Zweitens ist es ziemlich offensichtlich, daß beide Inside-Jobs waren. Drittens weiß ein hoher Prozentsatz der Amerikaner, daß es sich um Inside-Jobs gehandelt hat. Viertens wurde es noch nicht öffentlich anerkannt, daß es Inside-Jobs waren. Gleichwohl sind beide Episoden in vielerlei Hinsicht auch wieder sehr verschieden. Erstens hat die Ermordung von JFK nicht die ganze Welt in Mitleidenschaft gezogen wie es 9/11 tat. Es betraf die USA, Vietnam, Kambodscha und Laos, hatte ansonsten aber keine negativen Auswirkungen auf andere Länder. Also hat man sich im Ausland nicht sonderlich dafür interessiert. 9/11 dagegen hatte negative Auswirkungen auf die Menschen in Dutzenden von Ländern, wo es zu einem Abbau der Bürgerrechte und so weiter gekommen ist. Zweitens gibt es eine weltweite 9/11-Wahrheitsbewegung. Es gab nie eine weltweite Wahrheitsbewegung um den JFK-Mord. Die ganzen Bemühungen, in jenem Fall zur Wahrheit vorzustoßen, spielten sich fast allein in den USA ab. Die Bewegung, sofern man davon überhaupt reden kann, war sehr klein. Es gab keine Wahrheitsgruppen um die Ermordung von JFK in 100 US-Städten wie es bei 9/11 der Fall ist, mit weiteren Gruppen in Kanada und fast allen europäischen Ländern. Die 9/11-Wahrheitsbewegung ist also riesig verglichen mit der JFK-Wahrheitsbewegung, die im Grunde nur aus einer Handvoll Gelehrter und einiger Buchautoren bestand. Sehr wenige Wissenschaftler und sehr wenige Experten waren daran beteiligt. Zum Vergleich können wir weltweit zehn oder zwölf Wissenschaftler- und Expertengruppen aufweisen, die jeden Tag wachsen. Es besteht also die Möglichkeit, daß, auch wenn die Wahrheit um das JFK-Attentat nie öffentlich enthüllt wurde, dies bei 9/11 geschehen könnte, weil es in allen diesen Gesichtspunkten so anders ist.
SB: Mit Blick darauf, die amerikanische Öffentlichkeit dazu zu veranlassen, einen "zweiten Blick" auf diese Ereignisse zu werfen, wäre es vielleicht eine Idee für die 9/11-Skeptiker in den USA und für ihre verschiedenen Organisationen, ihre eigene inoffizielle "Wahrheitskommission" zum 11. September zu gründen und damit eine Plattform für Zeugen zu schaffen, deren Aussagen bislang noch keine breite Aufmerksamkeit erhalten haben? Ich denke zum Beispiel an Menschen wie Sibel Edmonds, die einen Spionagering in der Übersetzungszentrale des FBI mit Verbindung zu den Organisatoren der 9/11-Angriffe aufgedeckt hat, die entlassen wurde, als sie dies ihren Vorgesetzten unterbreitete, und die durch Justizminister John Ashcroft mit Hinweis auf die "nationale Sicherheit" daran gehindert wurde, eine Aussage in dieser Angelegenheit vor dem Obersten Gericht zu machen, an William Rodriguez, den Hausmeister des WTC, der am Morgen der Anschläge Zeuge massiver Explosionen im Kellerbereich der Zwillingstürme wurde, und an vielleicht sogar einige der Flugzeugentführer, von denen man später herausfand, daß sie nach wie vor im Nahen Osten leben.
DRG: Ja. Frei nach dem Vorsitzenden Mao würde ich sagen: Laßt tausend Kommissionen blühen. Ich glaube, je mehr Kommissionen, um so besser. Das letzte Mal, als ich nach Europa kam, machte ich mich für die Idee stark, daß eine Gruppe europäischer Staaten eine Kommission bilden und Menschen, wie Sie sie erwähnt haben, Wissenschaftler aus der 9/11-Wahrheitsbewegung und Personen wie mich, die einen Überblick über das Material geben können, zusammenbringen könnte. Man könnte auch Leute, die bereit wären, die offizielle Theorie zu vertreten, wie zum Beispiel Mitglieder der 9/11-Kommission einladen, ihnen anbieten, ihre Flugkarte zu bezahlen und sie in schönen Hotels einzuquartieren - sozusagen kostenloser Urlaub in Europa -, und dann würde man sehen, ob irgend jemand kommt. Es würde natürlich niemand kommen, aber die Tatsache allein wäre ein Hinweis, daß sie unwillig oder unfähig sind, die offizielle Geschichte zu verteidigen. Und vielleicht könnten die alternative Presse und einige Organe der Mainstream-Medien über die Vorgänge berichten und darauf aufmerksam machen, daß niemand gekommen wäre, um die offizielle Version zu verteidigen. Also ja, ich finde, die Einrichtung einer 9/11-Wahrheitskommission der Bürger ist eine großartige Idee.
SB: David Ray Griffin, vielen Dank für das Interview.
Fußnoten:
1. Ray McGovern, "On Torture, the Pressure Builds",
Consortiumnews.com, 22. April, 2009
2. Ralph Blumenthal, "Tapes Depict Proposal to Thwart Bomb used in Trade Center Blast", New York Times, 28. Oktober 1993.
3. Peter Lance, "Triple Cross: How bin Laden's Master Spy Penetrated the CIA, the Green Berets and the FBI - and Why Patrick Fitzgerald Failed to Stop Him", Regan Books, 2006 (Besprochen im SCHATTENBLICK unter INFOPOOL\BUCH\SACBUCH\REZENSION/377).
Für die Übersetzung aus dem Englischen zeichnet die Schattenblick- Redaktion verantwortlich.
18. Mai 2009
Quelle des Originalbeitrags: http://www.schattenblick.de/infopool/politik/report/prin0021.html
Frage (F), 911-archiv.net: Frau Dreger, Sie sind Mitglied bei den AE911Truth. Was für eine Expertise haben Sie, wie und wann kamen Sie zum Thema 9/11 und wie zu dieser Organisation?

Antwort (A), Andrea Dreger: Ich arbeite seit über 2 Jahren als Volunteer für AE911Truth. Ich hatte damals den Inhaber einer 9-11 Webseite kontaktiert und gebeten, einen Artikel von mir zu verlinken. Er fragte mich dann, ob er mich mit AE911Truth in Kontakt bringen könne. Die ersten Monate arbeitete ich ausschließlich an Übersetzungen. Wir haben damals den Bentham Open Nanothermite Artikel von Niels Harrit et al. und die kürzere Fassung der Blueprint For Truth DVD übersetzt. Seither bin ich vor allem mit der inhaltlichen Ausarbeitung von AE Material beschäftigt. Ich begann 2007, selbst zum Thema zu arbeiten und den erwähnten Artikel zu schreiben. Ich hatte den Co-Editor des Journals for 9-11 Studies gebeten, eine E-Mail mit zwei Quellenangaben an Steven Jones weiterzuleiten. Von der Ausbildung her Historikerin und dadurch gewohnt, Quellen zu bewerten, hatte ich mich gewundert, dass bestimmte Quellen; die als sehr gute Belege für die hohen Temperaturen auf Ground Zero einzuschätzen sind, keine Beachtung fanden (d.h., damals, Anfang 2007). Der Co-Editor regte an, dass ich selbst etwas dazu schreibe. Zu Anfang dachte ich nur an eine Sammlung von Quellen zum Thema der hohen Temperaturen auf Ground Zero. Der Schwerpunkt des Artikels verlagerte sich dann aber darauf, die Desinformation, die durch NIST, in Medien, durch sogenannte „Debunker“, und andere betrieben wird, aufzuzeigen und zu analysieren. Die genannte Desinformation stützt sich in den meisten Fällen auf die Verwendung manipulativer Sprache, d.h. man muss die Texte analysieren, und Texte zu analysieren gehört zum Handwerkszeug von Historikern. Für den naturwissenschaftlichen Teil konnte bzw. kann ich auf das aufbauen, was man mir in 2 Jahren Spezialklasse für Mathematik, Physik und Technik an der (damaligen) Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt beigebracht hat.
(F): Bisher ist mir Ihr Name nur in Zusammenhang mit der Übersetzung von Blueprint For Truth aufgefallen, aber ohne dass ich mich groß gefragt hätte, wer hinter diesem Namen steckt. Zuletzt aber sind Sie mit zwei eigenen Arbeiten an die Öffentlichkeit gegangen. Die eine heißt:
"How NIST avoided a real analysis of the physical evidence of WTC steel" *1, die andere ist ein Video mit dem Titel: "WTC destruction; the horizontal movement of heavy free flying sections
" *2Können Sie für unser deutschsprachiges Publikum kurz zusammenfassen, worum es in den beiden Arbeiten geht?
(A): NIST schloss die Stützen, die außerhalb der Einschlags- und Feuer-Stockwerke verbaut gewesen waren, von einer adäquaten Untersuchung mit dem Argument aus, dass nur die Stützen aus den Feuer und Einschlag-Etagen für ihre WTC-Untersuchung interessant wären. Stützen aus den Kernen der Gebäude, die außerhalb der Einschlag-und Brand Etagen verbaut gewesen waren, wurden gar nicht untersucht. Für die ehemals außenliegenden Stützen, die außerhalb der Einschlags- und Brand-Etagen verbaut gewesen waren, wurden nur oberflächliche statistische Daten erhoben. Der Stahl ist physical evidence. Es war NISTs Aufgabe, den vorhandenen WTC-Stahl adäquat zu untersuchen, gerade auch die Stützen, die in den unteren Etagen verbaut gewesen waren. Es war das Versagen der unteren Stahlskelette, das zur völligen Zerstörung der Türme führte. Doch NIST klammerte ca. 90% der für die Untersuchung “katalogisierten“ Stützen von Anfang an von einer adäquaten Untersuchung aus, einschließlich des Stahls aus den unteren Etagen. Ein paar hundert Stücke WTC Stahl, darunter auch Stützen aus den unteren Etagen der Türme, die die Port Authority von New York und New Jersey gesammelt hatte, wurden von NIST noch nicht einmal “katalogisiert“, und somit von jeder Analyse ausgeklammert. Durch den vorsätzlichen Ausschluss von physical evidence am Beginn der Untersuchung – mittels eines Zirkelschlusses im Falle der “katalogisierten“, nicht adäquat untersuchten Stützen, und ohne jegliche Begründung im Falle des von der Port Authority gesammelten Stahls, disqualifiziert sich NIST’s Untersuchung als inadäquat und unwissenschaftlich.
Im Artikel werden noch weiter Probleme besprochen. So entwickelte NIST speziell für die WTC-Untersuchung eine neue Methode, Stahl daraufhin zu untersuchen, ob er hohen Temperaturen ausgesetzt gewesen war. Während bei der herkömmliche Methode vor allem der Stahl selbst begutachtet wird, stützt sich NISTs neue Methode allein auf eine Begutachtung des Korrosionsschutzanstriches. Das Problem dabei ist, dass dieser Schutzanstrich abfiel, sobald der Stahl Temperaturen von über 650 Grad Celsius ausgesetzt war. Das ist sogar von NIST dokumentiert, und zudem in Übereinstimmung mit der herkömmlichen Methode, die den Verlust des Anstriches als einen Hinweis auf mögliche hohe Temperaturen interpretiert. NIST hätte alle Teile, die keinen Anstrich mehr aufwiesen, mit anderen Methoden untersuchen müssen. Dies tat NIST aber nicht. Das End-“Ergebnis“ für die Teile, die keinen Anstrich aufwiesen, lautet „no conclusion“ [“keine Schlussfolgerung“]. Damit stellte NIST von Anfang an sicher, keine Daten erheben zu müssen, die die Prämisse in Frage gestellt hätten, dass einzig Feuer die Tragkraft der Stützen beeinträchtigten. Die Methode hatte noch einen weiteren wichtigen “Vorteil“ aus der Sicht von jemandem, der die offizielle Prämisse eines “Einsturzes“ aufrechterhalten möchte: Eine ganze Anzahl von WTC Stützen, die außerhalb der Einschlags-und Brand-Etagen verbaut gewesen war, zeigte Verformungen, die, wenn man die herkömmliche Methode anwendet, nahe legen, dass der Stahl bei hohen Temperaturen verformt wurde, während er noch Teil des Stahlskeletts war. Manche der Verformungen waren so offensichtlich und so beeindruckend, dass sie in Main-Stream- Medien besprochen worden waren.
Derartige Verformungen und andere Indikationen, dass Stützen hohen Temperaturen ausgesetzt gewesen waren während sie noch im Gebäude eingebunden waren, fanden sich auch bei einigen der von NIST “katalogisierten“ Stützen. Nun hatte NIST ja bereits das oben erwähnte Zirkularargument, um die meisten dieser Stützen von einer adäquaten Untersuchung auszuschließen, und die Untersuchung, welche Stützen hohen Temperaturen (bzw. Temperaturen bis 650 Grad Celsius) ausgesetzt gewesen sein könnten, beschränkte sich auf Stützen aus den Brandetagen. Doch wie rechtfertigt man, dass man Indizien nicht auswertet, die so offensichtlich sind, dass sie bereits in den Medien besprochen worden sind, und einen bei jedem Besuch des Hofes und der Lagerhalle ins Auge fallen müssten?
NIST “löste“ dieses Dilemma, indem es die neu entwickelte Anstrichmethode als einzig gut im Feld anzuwendende Methode bezeichnete, und des Weiteren so tat, als gäbe es die herkömmliche Methode der einfachen visuellen Begutachtung gar nicht, wenn es um die Frage geht, ob Stützen hohen Temperaturen ausgesetzt gewesen sein könnten. Um diesen Ansatz durchzuhalten zu können, musste NIST dann noch die in Auftrag gegebenen Untersuchungsergebnisse einer unabhängigen Firma einem review unterziehen. Die Firma hatte die herkömmliche Methode verwendet, um WTC-Stützen zu ermitteln, welche evtl. hohen Temperaturen ausgesetzt gewesen waren. Mit dem review verwarf NIST nicht nur die Ergebnisse der beauftragten Firma, sofern diese sich darauf bezogen, dass Stahl hohen Temperaturen ausgesetzt gewesen sein könnte, sondern warf implizit auch die etablierte Methode als nicht valide über Bord, ohne irgendwelche praktischen Tests durchgeführt zu haben, die das hätten rechtfertigen können. Dadurch, dass NIST die Daten ausschließt, die es bei Anwendung der herkömmlichen Methode gehabt hätte, verstößt die Behörde wiederum gegen etablierte Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens.
In meinem Video *2 geht es um die tonnenschweren Teile der Stahlskelette, die während der Zerstörung der Twin Towers horizontal beschleunigt worden waren. Weder Feuer noch Erdanziehungskraft können tonnenschwere Teile horizontal beschleunigen; die horizontale Beschleunigung beweist, dass es Explosionen gegeben habe muss, die in der Lage waren, diese Teile zu beschleunigen. Explosionen, wie sie in Folge von Bränden auftreten (wie Rauchgasexplosionen oder explodierende Druckgasbehälter) waren nicht in der Lage gitterartige Strukturen von sehr hoher Masse und relativ geringer Oberfläche horizontal zu beschleunigen. Zum einen hätten sie zu wenig Energie freigesetzt, vor allem aber hätten alle im WTC als Brandfolge denkbaren Arten von Explosionen einen viel zu langsamen Druckanstieg aufgewiesen. Die Büro-Etagen waren großflächig, neben jeder Außenstütze gab es mindestens ein Fenster, die Gebäudekerne waren voller Fahrstuhlschächte. Zudem hatten beide Gebäude große Öffnungen durch die Flugzeugeinschläge, und auch durch die jeweils bereits in Gang gesetzte abschließende Zerstörung. Explosion als Brandfolge mit einem relativ langsamen Druckanstieg hätten unter diesen Voraussetzungen nie schwere Teile des Stahlskeletts beschleunigt.
Die einzigen Möglichkeiten, unter den gegebenen Voraussetzungen tonnenschwere Stahlskelettteile horizontal zu beschleunigen, waren Explosivstoff- oder Sprengladungen, die direkt am Stahlskelett gezündet wurden, oder anderswo platzierte Sprengstoffe. Damit ist gezeigt, dass im Voraus platzierte Spreng-oder Explosivstoffe bei der Zerstörung der Twin Towers eine Rolle spielten. Da man selbst Argumente wie den Freien Fall von WTC 7, oder die extrem hohen Temperaturen mit Verweis auf die Autorität von NIST vom Tisch zu wischen versucht, fand ich es ganz sinnvoll, mir die Richtigkeit beider Teile des Arguments von der “Autorität“ NIST bestätigen zu lassen. NIST selbst dokumentiert im veröffentlichten Entwurf des WTC 7 Berichtes, dass Teile des WTC 1 Stahlrahmens herausgeschleudert wurden und im 110 Meter entfernten WTC 7 landeten; recht ausführlich dargestellt und mit Fotos und Videostandbildern dokumentiert. Das implizite Problem für die Aufrechterhaltung der offiziellen Einsturzanekdote wurde offenbar bemerkt: Im WTC 7-Abschlussbericht sind die 10 Seiten Dokumentation, die der Entwurf noch enthalten hatte, in nur einem Satz zusammengefasst. Zwar wurde der horizontale Ausstoß an sich noch eingestanden, aber die tonnenschweren Teile wurden mit dem die Problematik verschleiernden Begriff fragments bezeichnet.
Auch der zweite Teil meines Arguments, die Interpretation, dass nur Explosionen, und nur solche Explosionen, bei denen sogenannte venting effects keine Rolle spielten, die Teile beschleunigt haben konnten, erfolgte in Übereinstimmung mit der “Autorität“ NIST. Ich stütze mich für die Interpretation auf die Angaben des “NFPA 921 Guide for Fire and Explosion Investigations“, man findet die relevanten Stellen in meinem Video auch zitiert. Der NFPA 921 ist ein weit über die USA hinaus anerkanntes Handbuch. In den USA ist er zudem der Nationale Standard, und wird sowohl in den USA als auch in anderen Ländern als Grundlage für die Examensprüfungen von Sachverständigen verwendet. Seine Angaben werden von einem Technischen Komitee im Konsens-Verfahren ausgearbeitet. NIST ist an diesem Komitee beteiligt, d.h. NIST stimmt mit den Angaben des NFPA 921 ausdrücklich überein. Da so alle wesentlichen Teile des Arguments NISTs direkte oder indirekte Zustimmung haben, kann man es nicht mit Verweis auf den Sachverstand der Behörde NIST entkräften; denn NISTs Sachverstand stützt mein Argument.
(F): Eine andere Arbeit, die ich von Ihnen fand, ist schon von 2008, ohne, dass ich diese kannte. Ihre eingangs erwähnte Einstiegsarbeit, sie heißt: "Sources related to exceptionally high temperatures, and/or to persistent heat at Ground Zero, Disinformation regarding the phenomena of "molten steel"/ exceptionally high temperatures/ persistent heat at Ground Zero".*3
In Teil (I) sammeln Sie Belege für die ungewöhnlich hohen Temperaturen in den WTC-Trümmern, in Teil (II) diskutieren Sie die Desinformation, die es zu diesem Thema gibt. Ist die Miss- und Desinformation, Sie führen als Beispiele zwei Beiträge der BBC und vom Spiegel an, Ergebnis von Unfähigkeit oder will man uns bewußt täuschen? Beispielsweise SpOn lässt jeden explosiven Hinweis aus seinen Publikationen heraus, dokumentiert etwa; bei der von IC911Studies veröffentlichten Videosequenz mit einer Explosion im Turm wird diese weggeschnitten, zuletzt wurde über William Rodriguez berichtet, ohne dass von seinem Hauptthema, den Explosionen im Keller von WTC 1 und den daraus resultierenden Verletzungen diverser Opfer, überhaupt erwähnt wurde. Hat das System?
(A): Ich diskutiere in dem Massen-Medien Abschnitt außer der beiden Beiträge von BBC und Spiegel noch ein paar weitere Beispiele. Bei allen handelt es sich um mit viel Sachverstand und gezielt verbreitete Desinformation. Das lässt sich daran belegen, dass die Beiträge vorgeben, sachlich und unabhängig zu berichten, dass sie zum anderen aber sehr gezielt eine Sprache verwenden, die das Unterbewusstsein der Leser bzw. Zuschauer zu beeinflussen sucht. Man verwendet z.B. möglichst viele Worte im Text, die irgendwie mit Religion und/oder psychatrischen Krankheiten zu tun haben. Oder man bringt die Leser emotional gegen eine Hinterfragung der offiziellen Version auf indem man eine solche mit der Leugnung des Holocausts vergleicht. Oder man vermittelt, wie die BBC, dem Hörer, dass “Verschwörungstheorien“ den Angehörigen der Opfer weiteres Leid zufügen würden. Die BBC brachte dieses Argument gleich zweimal – am Anfang und am Ende der 2007er Sendung – und damit an den zwei Stellen, an denen die Bemerkungen den größten Effekt versprachen. Was zuerst genannt wird, beeinflusst wesentlich, wie das Folgende interpretiert wird, und das zuletzt gehörte bleibt im Gedächtnis. Dies und wie Menschen sich durch derartige Tricks beeinflussen lassen ist experimentell bestätigt und wird in Disziplinen wie der Psychologie oder der Empirischen Kommunikationsforschung untersucht.
Die Desinformations-Artikel und -Beiträge wenden dieses Wissen gezielt an. Zusätzlich ist das, was man in den Beiträgen an tatsächlicher Information preisgibt, fein auf den zu erwartenden Kenntnisstand der erwarteten Leserschaft bzw. Zuschauer abgestimmt. Es ist auch nicht plausibel, dass Institutionen wie der Spiegel oder die BBC es schaffen könnten, monatelang zum Thema zu recherchieren, und dann gerade die eigentlich relevanten Fakten nicht bemerken und stattdessen ein paar Randprobleme diskutieren. Es ist auch nicht plausibel, dass die Mitarbeiter beider Institutionen nicht in der Lage sein sollten relativ einfache Probleme inhaltlich korrekt zu erfassen. Es ist keineswegs so, dass Artikel, die sich abwertend gegenüber “Verschwörungstheorien“ äußern, automatisch Desinformation wären. Zum einen kann der Autor tatsächlich der Meinung sein, die er hinschreibt, zum anderen gibt es eben Zensur zum Thema. Autoren, die das Thema ansprechen wollen, können sich gezwungen sehen, ein paar abwertende oder distanzierende Bemerkungen zu machen, um den Artikel am Vorgesetzten vorbeizubringen. Diese Taktik ist sogar ausdrücklich zu begrüßen. Aber so etwas wie in den Beiträgen, die ich in meinem Artikel bespreche – manipulierende Sprache, Zurückhalten von Information, geschickter Appell an Emotionenen – hat man nicht mal einfach so zufällig in der vorhandenen Qualität in einem Artikel. Es gehört Wissen und Aufwand dazu, derartige Desinformation zu betreiben. Es ist bewusste Desinformation, die es in Medien demokratischer Gesellschaften nicht geben sollte.
(F): Was sagen Sie zu den diesjährigen Formaten der BBC: In der Neuauflage von Mike Rudins "Conspiracy Files" *4 versucht man meiner Meinung nach, mit den alten Tricks die Sachlage zu verzerren, dort wird nun u.a. Prof. Pistorius bemüht, welcher sagt, die gefundenen energetischen Reste des mutmaßlichen Nanothermits sei normale Farbe. Dazu muss der doch erstens ausblenden, dass es eine Reaktion der Reste gibt, welche reduziertes Eisen hinterlässt, keine bekannte Farbe der Welt kann das m.E.n., außerdem muss der gesamte Rest an Beweisen auch ignoriert werden, dabei heißt es doch: Wissenschaftliche Arbeit muss in Einklang mit ALLEN beobachtbaren Dingen stehen. Das andere Format empfinde ich als noch dubioser. In der Sendung „9/11 Conspiracy Roadtrip“ *5 wurden fünf „Verschwörungstheoretiker“, ganz normale Aktivisten, ohne entsprechende Expertise, in die USA geflogen und dort der versammelten Kompetenz der autoritären offiziellen Erklärung ausgesetzt, damit diese abschwören. Was halten Sie von diesen Formaten?
(A): Ich hatte noch keine Zeit, mir diese Programme anzusehen, werde es aber irgendwann hoffentlich schaffen. Ist das wörtlich gemeint mit dem “abschwören“?
(F): Nun, sie bezeichnen es nicht selbst so, das war mein Wort, um zu erklären, welche Intention diese Sendung hat. Man sagt, der Producer glaubt, die Ansichten der fünf seien falsch, und möchte deren Meinung ändern, in dem man sie mit den Fakten konfrontiert. *5
Sie können sich das anschauen, Emily Church hat dazu einen Erlebnisbericht geschrieben *6, der dokumentiert, wie man manipulativ vorging- bei wenigstens einem der Teilnehmer hat das "Abschwören“ sogar erfolgreich funktioniert. *7
Was denken Sie, ist die mögliche Erklärung, warum ausgerechnet die BBC in Europa Anführer der Skepsis-Unterdrückung mit klar erkennbar unlauteren Methoden ist?
(A): Wir haben ein paar Jahre in UK gelebt, und es gibt dort in der Politik ein ausgeprägt imperiales Denken. Außerdem hat man sehr enge Beziehungen zwischen den UK den USA. Blair wurde in UK-Zeitungen regelmäßig als Bushs Pudel karikiert, auf der anderen Seite verneigte sich Präsident Obama vor der Queen. Es würde mich nicht wundern, wenn es da über die offiziellen politischen Beziehungen hinaus noch ganz andere Verwicklungen gibt. Es ist so nicht verwunderlich, dass es gerade die BBC ist, die sich mit Desinformations-Programmen zum Thema hervortut. Ich denke, dass der Aufwand der BBC auch vor allem in Hinblick auf die amerikanischen Zuschauer, die das Programm ja auch zu sehen bekommen, betrieben wird.
(F): Meidet die BBC Organisationen wie AE911Truth? Ich nehme an, Mitglieder Ihrer Organisation wurden von der BBC nicht befragt?
(A): Wenn die BBC bei AE911Truth angefragt hätte, hätte ich dies sicher mitbekommen. Der Spiegel wandte sich im Sommer mit einer Interview-Anfrage an jemanden, der mit AE911Truth zusammenarbeitet (was der Spiegel wahrscheinlich nicht wusste), der aber eben kein Architekt, Ingenieur oder Naturwissenschaftler ist, und dem es nach eigner Aussage nicht liegt, die Argumente zu diskutieren. Sicherlich versucht man, Organisationen wie AE911Truth oder Leute wie Steven Jones als Interview-Partner eher zu meiden, allerdings kommen zumindest Amerikanische Mainstream Medien schon seit einiger Zeit aber auch nicht mehr darum herum, Leute wie Steven Jones oder Richard Gage zumindest kurz zu Wort kommen zu lassen, wenn sie nicht völlig unglaubhaft wirken wollen. Der jetzige Clip von Spiegel TV zum Thema Verschwörungstheorien ist moderater als deren Veröffentlichung von 2006. Nicht gerade um Aufklärung bemüht, aber auch kein Beispiel für besonders üble Manipulation. Der schriftliche Beitrag des Spiegels schafft es dagegen, alle relevanten Fakten zu vermeiden, indem man zwei Buchautoren bespricht und sich ausgiebig mit einer Beischreibung einer Wohnungseinrichtung beschäftigt. Statt, z.B., den von NIST eingestandenen freien Fall des oberen Teils von WTC 7 zu thematisieren, wird der Leser über das Design der Kaffetassen im Haushalt von Bülow informiert. Der Artikel bedient sich noch einer Anzahl weiterer Tricks, um die Leser glauben zu lassen, dass es keine handfesten Fakten gäbe, die der offiziellen Version widersprechen. Ein Interview mit AE911Truth hätte dem Spiegel die Fakten geliefert, die er nicht berichten möchte.
(F): Nachdem Sie nun auch diese Themen behandeln, kennen Sie meine Arbeiten über die Jahre zum Thema? *8 Ich bin froh, nicht mehr so alleine zu sein, was die Aufbereitung und Aufdeckung von Falschinformationen zum Thema angeht...
(A): Leider sind mir Ihre Beiträge zum Thema Falschinformation nicht bekannt. Ich habe wenig Zeit zur Verfügung, meistens einen Berg Arbeit für AE und arbeite dann noch an Sachen wie dem besprochenen Video, so lese ich fast nie deutschsprachige Webseiten. Ich werde das aber sicher nachholen. Freut mich auch, dass sich noch jemand für das Thema Desinformation interessiert; die besten Argumente von unserer Seite nützen nicht viel, wenn zu viele Leute mit gut gemachter Desinformation davon abgehalten werden, sich unsere Argumente überhaupt anzusehen. Eine andere Arbeit von Ihnen ist mir aber bekannt und in Erinnerung, Ihre deutsche Zusammenfassung von Steven Jones “Why Indeed did the World Trade Center completely collapsed“ *9. Sie haben darin am Ende des Artikels ein Foto von der PBS Webseite, die WTC Stahl zeigt, der bei hohen Temperaturen verformt worden war. Ich war dann auf der PBS Website, wo es noch ein weiteres Bild von auffällig verformten WTC Stahl gab. Das brachte mich dann 2007 dazu, mal die PDFs mit NISTs Stahl-Teil zu öffnen.

(F): Was kann man generell machen, um den geschlossenen Kreis der sich gegenseitig zitierenden NIST, US-Behörden und Mainstreammedien zu durchbrechen?
(A): Es gibt da durchaus Fortschritte, siehe die Einladung von Bob McIlvain (BuildingWhat?, mittlerweile umbenannt in Remember Building 7 *12) und Tony Szamboti (AE911Thruth) in die FoxNews Sendung Geraldo at Large *10, zu der es durch die BuildingWhat? Anzeige *11 gekommen war. AE911Truth und andere Organisation, wie eben BuildingWhat? bezahlen Fernsehsender (soviel ich weiß fast ausschließlich lokale Stationen, sonst wäre es zu teuer) dafür, daß sie kleine Filme senden. Durch die Einladung zu Geraldo wurde der Film der Familienangehörigen dann auch dem FoxNews Publikum bekannt, zudem war einer der Familienangehörigen und jemand von AE in der Sendung. Das Zeigen dieser Filme wird mit Spendengeldern finanziert. Zur Zeit hat AE911Truth einen Vertrag mit PBS, welches einen 5 Minuten Kurzfilm von AE911Truth *13 als Lückenfüller sendet. Ich bin ganz begeistert von der Qualität des Films, den meine AE Kollegen da gemacht haben. Gerade veroeffentlicht AE911Truth einen über zwei Stunden langen Film „9/11: Explosive Evidence- Experts Speaks Out“*14 den es nicht nur auf DVD geben wird, sondern der auch in Kinos gezeigt werden kann.
(F): Vielen Dank Frau Dreger, für Ihre überaus aufschlußreichen Ausführungen in diesem Interview. Ich sehe es genauso, die unermüdliche Arbeit von Menschen wie Ihnen macht sich doch bezahlt.
(A) Vielen Dank auch an Sie, Herr Gerhardt.
Quellenverzeichnis:
*1 NIST Stahl-Artikel als .pdf
http://ae911truth.org/documents/How_NIST_Avoided_a_Real_Analysis_of_the_Physical_Evidence_of_WTC_Steel.pdf
NIST Stahl Artikel-Kurzversion aus dem Newsletter
http://ae911truth.org/en/news-section/41-articles/547-how-nist-avoided-a-real-analysis-of-the-physical-evidence-of-wtc-steel-.html
*2 WTC Destruction Video (playlist).
http://www.youtube.com/watch?v=c5joqbu7gkM&feature=list_related&playnext=1&list=SP7DA03410FCC33F7A
*3
http://911research.wtc7.net/papers/dreger/GroundZeroHeat2008_07_10.pdf
*4
http://www.bbc.co.uk/programmes/b0148yz5
*5
http://www.bbc.co.uk/programmes/b014gpjx
*6
http://911blogger.com/news/2011-09-09/911-conspiracy-roadtrip-bbc-show-participant-s-perspective
*7
http://www.conspirare.net/w2/charlie-love-police-veitch-180%C2%B0-turn-911-ist-kein-inside-job/
*8 Die meisten Arbeiten sind hier zu finden:
http://www.911-archiv.net/Tatort-WTC/
*9
http://www.journalof911studies.com/letters/h/GeschmolzenesMetallamGroundZeroByDirkGerhardt.pdf
*10
http://www.youtube.com/watch?v=T_gE4wZEh0g&feature=related
*11 Der erste BuildingWhat? TV-clip
http://www.youtube.com/watch?v=Or-1GVknJjo&feature=mfu_in_order&list=UL
*12 http://rememberbuilding7.org/10/
*13 "Architects and Engineers Solving the Mystery of Building 7". Die ersten ca. 5 Minuten und ein kurzes Segment am Ende entsprechen dem PBS SpotlightOn clip
englisch
http://www.youtube.com/watch?v=hZEvA8BCoBw
deutsche Synchro
http://www.youtube.com/watch?v=x9lJR3_-dDM
*14
http://911expertsspeakout.org/
"Verschwörungstheorien" zum 11. September lassen jeden fast zwangsläufig zum Medienkritiker werden, sofern man eine Hinterfragung des Ereignisses trotz diverser Verhinderungsgründe wagt. Es gibt allerhand Fragen, die sich stellen- und immer noch sehr, sehr viele, die einfach z.B. die wissenschaftlichen Beweise für eine Sprengung der World Trade Center nicht ernst nehmen, weil einfach niemand drüber berichtet.
Markus B. Klöckner, der vor kurzem sein Buch: "9/11- Der Kampf um die Wahrheit" vorgelegt hat, ist kein Verschwörungstheoretiker. Aber für seine Kritik hat er, selbst Journalist, einen beinahe einzigartigen Einblick. Ich habe dieses Buch gelesen und für das 9/11 Buch rezensiert. Gleichzeitig haben wir netterweise ein Interview mit Herrn Klöckner führen dürfen, meine Rezension seines Buches ist ebenso gerade veröffentlicht worden.
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(Frage, 911-archiv.net): Herr Klöckner, sie haben vor kurzem das Buch „9/11 Der Kampf um die Wahrheit“ vorgelegt. Was war Ihre Motivation, dieses zu schreiben?
(Antwort, Marcus B. Klöckner): Verärgerung.
(F): Wie meinen Sie das?
(A): Die Berichterstattung der Leitmedien über den 11. September war auf eine unerträgliche Art und Weise komplexitätsreduzierend. Nahezu eine gesamte Medienlandschaft, wohlgemerkt: länderübergreifend, vertraute auf die Informationen, die aus Washington in die medialen Informationskanäle eingespeist wurden. Eine Hinterfragung der Lesart, wie sie von offizieller Seite nach außen transportiert wurde, fand in der Berichterstattung schlicht nicht statt.
Dass die grausamen Anschläge in den USA auch tiefenpolitische Hintergründe haben könnten, wurde noch nicht einmal im Ansatz bedacht. Angesicht dessen, was über die bis noch in die 90er existierenden geheimen Armeen, der NATO bzw. den Stay behind Strukturen bekannt ist, völlig unverständlich und nicht zu rechtfertigen.
Eine zunehmende Unzufriedenheit über die Berichterstattung der Medien führte zur Formierung einer Gegenöffentlichkeit, die Informationen auf- und verarbeitete, die die Medien ignorierten.
Vertreter dieser Gegenöffentlichkeit hat man darauf hin an den medialen Pranger gestellt und unter Veranschlagung eines zu tiefst beschämenden Journalismus aus dem öffentlichen Diskurs versucht zu exkommunizieren. Die Art und Weise, wie hoch reputierte Journalisten und Qualitätsmedien hier mit einer abweichenden politischen Meinung umgegangen sind, war unerträglich. Über das, was sich insbesondere 2003 in der deutschen Medienlandschaft abgespielt hat, also eine mediale Hetzjagd, die ihresgleichen sucht, muss gesprochen werden. Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben.
(F): Fühlen Sie sich wie ein einsamer Mahner in der Wüste? Immerhin sind die meisten Journalisten nicht so neutral gegenüber der Gegenöffentlichkeit, die sich vor allem im Netz formiert hat. Sie scheinen einer der wenigen zu sein, die überhaupt mal 9/11 Kritisches in den Medien unterbringen können, ich denke da etwa an das Interview mit Verwaltungsrichter Dieter Deiseroth...
(A): Nein, aus diversen Gesprächen mit Kollegen weiß ich, dass es auch aufseiten von Journalisten und Medien zunehmend ein Verständnis für die Fragen der Gegenöffentlichkeit gibt. Was fehlt ist leider noch der Mut, das so schwer Vorstellbare nicht nur hinter vorgehaltener Hand auszusprechen, sondern öffentlich mit der gebotenen Professionalität zu diskutieren.
(F): Sie behaupten in Ihrem Buch, dass die Medien es als Angriff auf ihre Deutungshoheit verstanden, dass 9/11 Skeptizismus aufkam. Gleichzeitig sagen Sie, viele der 9/11 Skeptiker würden zu sehr pauschalieren, wenn man die Medien als Teil einer NWO-Verschwörung bezeichnen würde.
Ist das Problem der Medien nicht noch viel tiefer als gelegentliche aufgedeckte geheimdienstliche Einflussnahme, etwa mit den sog. Church Committee? Ich denke da an den ebenfalls bei Telepolis unter offensichtlichem Pseudonym veröffentlichten Bericht „Mein Freund der Chefredakteur“, als auch an Noam Chomsky mit seinen Filter-Thesen aus „Manufactoring Consent“, in denen es auch um die geldlichen Interessen hinter dem kommerziellen Journalismus geht. Auch ich hatte dazu in meiner Medienkritik differenzierter geschrieben.
(A): In der Tat schreibe ich in meinem Buch, dass so mancher 9/11-Skeptiker im Allgemeinen häufig sehr pauschal urteilt, was sich im Speziellen dann auch im Verständnis mancher Skeptiker in Bezug auf die Rolle der Medien wiederspiegelt.
Immer wieder stelle ich fest, wenn ich Blogeinträge und Artikel von Mitgliedern der Gegenöffentlichkeit lese, dass von einer großen Verschwörung im Medienfeld gesprochen wird. Demnach stehen die Medien unter Kontrolle einer Machtelite, die klare Anweisungen an ihre Chefredakteure gibt und die dann als Befehlsempfänger den Journalismus umsetzen, den die Machtelite wünscht.
In diesen Fällen haben wir es auch mit einer gehörigen Portion Komplexitätsreduktion zu tun.
Damit will ich nicht abstreiten, dass es einflussreiche Persönlichkeiten oder Kreise gibt, die durchaus Einfluss auf die Medien ausüben können, aber die direkte Steuerung einer kompletten Medienlandschaft quasi durch direkte Anweisungen entbehrt jeder Grundlage. Der französische Soziologe Pierre Bourdieu sprach von einer impliziten Zensur, die es bei den Medien gibt und die viel stärker sei, als jede direkte Zensur. Und genau das ist es auch. Die Tatsache, dass es innerhalb der deutschen Medien nie eine offene Diskussion über die Terroranschläge in den USA gab, ist eben nicht auf die große Medienverschwörung zurückzuführen, sondern auf die Tatsache, dass es im Journalismus unausgesprochene Regeln gibt (wie in vielen anderen Bereichen eben auch), die nirgends explizit aufgezeichnet zu finden sind, die aber von den Medienschaffenden im Laufe ihrer journalistischen Sozialisation tief verinnerlicht wurden. Einige dieser Regeln lauten salopp gesagt: Eck nicht an, sei konform, verschrecke keine Anzeigenkunden, behalte unangenehme Wahrheiten für Dich, stör nicht den redaktionellen Tagesablauf durch Thesen, die nicht in unsere Wirklichkeitskonstruktion passen usw. usf.
Das ist mit impliziter Zensur gemeint: Journalisten wissen, was sie schreiben „dürfen“, was „sich schickt“, was „erlaubt“ ist, sie wissen genau, wo die Grenzen liegen.
Aber es kommt noch besser. Die Einverleibung dieser Regeln, die Macht dieser impliziten Zensur geht bei manchen Kollegen soweit, dass sie noch nicht mal mehr in der Lage sind zu erkennen, wie sehr ihre Autonomität eigentlich beschränkt ist, im Gegenteil, im vollen Glauben einen hochkritischen Journalismus abzuliefern, verkennen sie wie selbstbeschnitten ihre Arbeit eigentlich ist. Sie halten sich streng an einen Nichtangriffspakt zwischen Journalisten und Politiker – eine Formulierung, die übrigens auch von Bourdieu ist. Angegriffen wird nur, wenn die Angriffe schon wieder vom eigenen Feld in aller Form als legitim abgesegnet wurden, also wenn es gegen jemand geht, der seinen „Kredit verspielt hat“. Nehmen Sie von Guttenberg, der sozusagen als vollwertiges hochrespektiertes Mitglied der politischen Community galt. Nach seinen Fehltritten gab es im journalistischen Feld das Signal: Feuer frei! Nicht anders bei Andreas von Bülow. Ein im Prinzip verdienter ehemaliger Politiker, der durch seine Arbeit in einem Ausschuss, in dem sich auch intensiv mit Geheimdiensten beschäftigt wurde, sich ein entsprechendes Wissen über die Machenschaften der Dienste angeeignet hat. Da er eine Mainstream abweichenden Meinung mit Nachdruck vertrat, wurde er aus dem Kreis legitimer Gesprächspartner verbannt. Im Interview mit Bülow spürte die Moderatorin Sandra Maischberger wohl sehr genau: hier ist nichts mehr mit Nichtangriffspakt. Bülow ist „vogelfrei.“
Ganz anders bei der Bundespressekonferenz in 2009. Schauen Sie sich mal an, wie sich Journalisten verhalten, wenn sie das Zweckbündnis zwischen ihnen und der Politik hegen und pflegen. Sie erinnern sich daran: Der niederländische Journalist Rob Savelberg stellte an Schäuble die „100.000 Mark Frage“.
[Anm.: Es handelt sich um folgende Szene ]
Eine ausgezeichnete Frage. Und dann schauen Sie mal auf die Reaktion seiner Kollegen. Niemand kommt ihm zu Hilfe, niemand unterstützt ihn. Das ist der Nichtangriffspakt in Formvollendung.
Aber verzeihen Sie mir, ich weiche etwas ab. Zurück zu ihrer Frage. Gewiss spielen finanzielle Interesse eine große Rolle im Journalismus. Und die Prinzipien des „manufacturing consent“ sind am Wirken. Einflüsse von außerhalb auf die Medien gibt es zu genüge. Über das tatsächliche Ausmaß kann man spekulieren. Die große Medienverschwörung sehe ich jedoch nicht. Die Dinge sind viel subtiler.
(F): In Ihrem Buch analysieren Sie sehr gelungen die unfairen Attacken der Medien gegen die Zweifler. Ich vermisse den anderen Part, den Medienkritiker John Pilger als die Nachrichtenmanipulation durch Auslassung bezeichnen würde.
http://en.wikipedia.org/wiki/John_Pilger#Mainstream_journalism
(Im Link nicht wirklich gut erklärt, gab mal einen Artikel von ihm in 2004, wo der das ausführte, den finde ich auf die Schnelle nicht)
Beispielsweise gab es letztes Jahr im Februar eine Presse-Konferenz im Washingtoner Presseklub zum Anlass des 1000. Mitglieds bei den Architekten und Ingenieuren für 9/11 Truth. Und im September eine PK ebenfalls in Washington, mit Angehörigen-Opfern und hochrangigen Politikern, etwa Senator Mike Gravel. Kein einziges Medium in der westlichen, angeblich freien Welt hat darüber berichtet. Nur in China und Russland war das eine Meldung wert.
Oder die wissenschaftliche Studie über die mutmaßlich gefundenen hochenergetischen Reste im WTC Staub. Es herrscht eine Quasi-Zensur, die nicht mal der ehemaliger Mitherausgeber des Wall-Street-Journals, Paul Craig Roberts aufbrechen kann. Warum kommt dieser Teil bei Ihnen im Buch zu kurz?
Ist das nicht auch ein Teil des „Kampfes um die Wahrheit“, in dem durch Nichtberichterstattung ein Zerrbild der Realität erreicht wird?
(A): Selbstverständlich. Sie kennen den alten Spruch die Nachricht, die nicht gemeldet wird, existiert nicht. Aufgabe von Journalisten ist es, „sichtbar zu machen”, also über die Dinge, die sich in einer Gesellschaft ereignen und auf der Welt passieren, zu berichten. Viele Journalisten haben aber leider einen sehr eingeschränkten Blick. Sie erinnern sich bestimmt: Es gab Tage, da dachte man die Welt würde nur noch aus Kachelmann bestehen...
Doch die interessantere Frage in diesem Zusammenhang ist doch: Warum lassen Journalisten bestimmte Nachrichten oder Informationen einfach außen vor? Sind wir nun doch bei der großen Verschwörung angelangt? Ist das der Beweis dafür, dass es doch eine Art zentrale Steuerungsinstanz gibt, die gezielt Informationen unterdrückt?
Nein, sehen Sie, die viel wahrscheinlichere Variante ist eine ganz andere und diese liegt wiederrum tief im Innern des journalistischen Feldes: Journalisten wissen nun mal sehr gut, welche Meldungen, welche Informationen „anschlussfähig” sind, also zu einem möglichst reibungsfreien Ablauf der „systemischen Prozesse” führen und welche zu (unerwünschten) Irritationen führen. Stellen Sie sich mal vor sie sind Redakteur, Sie arbeiten bei einer großen Tageszeitung und Sie sitzen mit ihren Kollegen in der Redaktionskonferenz, man bespricht, welche Themen morgen auf Seite 1 landen, und Sie schlagen dann vor doch die bald stattfindenden Toronto Hearings zu 9/11 mit auf die Titelseite zu ziehen.
Zunächst mal wird niemand wissen wovon Sie reden. Irritation Nr. 1. Dann erklären Sie. Sofort werden einige Kollegen ihren Vorschlag als indiskutabel ablehnen. Irritation Nr. 2. Sie halten dagegen, erklären, dass der 11. September doch ein so weitreichendes Ereignis war, dass man doch nicht einfach darüber hinwegsehen könne, wenn hochgestellte Persönlichkeiten eine Neuuntersuchung der Anschläge fordern. Jetzt meldet sich der Herr Chefredakteur zu Wort, der schon seit 5 Minuten nervös mit seinem Hintern auf dem Stuhl hin und her rutscht. Er sagt ihnen, dass es jetzt gut sei, den schließlich habe man einen Zeitung zu machen, man könne nicht den ganzen Mittag über diesen Vorschlag sprechen, d.h., jetzt kommt der Faktor Zeit hinzu, also Irritation Nr. 3.
Diese Irritationen kommen zwar häufig in Redaktionskonferenzen vor, es gibt unterschiedliche Meinungen, man diskutiert, man streitet, aber alles geschieht in einem ziemlich genau definierten Rahmen, es gibt legitime Meinungen und illegitime Meinungen. Je weiter ein Themenvorschlag im illegitimen Bereich ist, umso stärker sind die Irritationen.
Die Nichtberichterstattung zu bestimmten Ereignissen dürfte in den häufigsten Fällen also auf systemimmanente Gründe zurückzuführen sein.
(F): Sie stellen exemplarisch Ereignisse und Personen vor, die 9/11 Skeptizismus zeigten. Dabei sagen Sie zu Recht, man müsse differenzieren. Doch warum gehen Sie dann nicht auf die Konzepte professioneller Desinformation ein, denen sich der 9/11 Skeptizismus quasi zusätzlich auch noch als inneren Feind stellen muss? Nicht zuletzt seit Cass Sunstein sollte klar sein, dass auch dies ein Teil des Kampfes um die Wahrheit sein dürfte. Ohne eine Aufarbeitung der Methoden, wie man Desinformation erkennen kann, sehen wir 9/11-Sekptiker ziemlich alt aus, weil man uns ständig in einen Topf mit den verrücktesten Theorien werfen kann- die dann munter widerlegt werden
(A): Natürlich haben Sie Recht: Politische Gruppierungen, die auf die eine oder andere Weise aktiv sind, sich am politischen Diskurs beteiligen, sich vielleicht sogar durch eine kontroverse Meinung bemerkbar machen, geraten schnell in das Visier bestimmter staatlicher Gruppen. Man muss sich nur anschauen, was in den USA zur Zeiten des Vietnam-Krieges passiert ist. Selbst die harmlosesten Aktivistengruppen wurden beobachtet und infiltriert.
Bei dem 9/11 Truth Movement dürfte es nicht anders sein.
(F):: Die tradierte Geschichte einer politischen Bewegung ist immens wichtig. Sie liefern nur einen kurzen Überblick. Gab es Vorgaben von Ihren Verlag, Inhalte zu kürzen oder zu regidieren, bei denen Sie das Gefühl hatten, dass man diese nicht veröffentlichen wollte?
(A): Nein, überhaupt nicht. Was den Inhalt angeht, hatte ich freie Hand. Allerdings gab es klare Vorgaben, was den Umfang angeht. Das ist üblich. Zu dem Thema hätte ich ohne Probleme 500 Seiten schreiben können, aber dann kostet ein Buch halt keine 16,90 mehr, sondern 30 Euro und mehr. Und Sie wissen, dass die ökonomischen Zwänge im Verlagsgeschäft groß sind.
(F): Sie schreiben, „In Ansätzen hätte sich das ZDF der Thesen der Skeptiker angenommen, doch waren die Dokumentationen, die daraus entstanden sind, zu halbherzig, sie können kaum als ernsthafte Versuche betrachtet werden, innerhalb der großen Medien eine ernsthafte Debatte über den 9/11 Skeptizismus zu eröffnen“. Da ich die Arbeiten des ZDF die letzten Jahre begleitet habe,
[Anm.: es handelt sich um folgende Arbeiten:
http://www.habiru.de/Dirk_Gerhardt/ZDFAbgabe.pdf
http://www.habiru.de/Dirk_Gerhardt/ZDFDritterTurm.pdf
http://www.habiru.de/Dirk_Gerhardt/ZDF-ONeill-Version1.pdf ]
kann ich sagen, dass ich diese Dokumentationen nicht „halbherzig“ fand, sondern dass diese mit der gleichen Absicht produziert wurden, wie die von Ihnen per Sequenzanalyse auseinander genommenden Beiträge. Ihre Meinung dazu?
(A): In diesen Dokumentationen ist man zumindest – ich sag das jetzt mal unter fetten Anführungszeichen - relativ sachlich auf die Thesen der Skeptiker eingegangen. Dass das ZDF nach seiner Auffassung die Thesen der Skeptiker widerlegt haben will, muss man erst einmal so hinnehmen. Immerhin wurde, soweit ich mich recht erinnere, ohne Diffamierungs- und Psychiatrisierungsansätze gearbeitet. Ein Schritt in die richtige Richtung. Der zuständige Reporter, Michael Renz, hat klar in der Pressemitteilung zur ersten Doku in 2007 mitgeteilt, dass die Erfahrung, die er bei seiner Recherche gemacht hat, zum Nachdenken Anlass gibt. In einer Pressemittelung vom ZDF heißt es, dass Renz auf eine Mauer des Schweigens getroffen sei, als er den Verschwörungstheorien nachgehen wollte. Immerhin.
Was aber nun wirklich gar nicht geht ist, wenn Geschichtsfachmann Guido Knopp, der hinter der Doku stand, sagt, die „Dokumentation wolle vor allem den im Internet kursierenden Verdächtigungen entgegenwirken.” Natürlich kann man da nicht mehr von einer ergebnisoffenen Recherche sprechen.
(F): Als Journalist ist es Ihre Aufgabe, neutral und mit Abstand über eine Sache zu berichten. Haben Sie schon mal von dem Fall gehört, in dem ein Journalist in den USA neutral von einer 9/11 Truth-Konferenz berichtete, und er hinterher von „Debunkern“, dass sind die Leute, die per Agenda-Weltsicht pauschalierend sagen, alle Verschwörungstheorien seien Unsinn, bei seinem Arbeitgeber angeschwärzt wurde- so dass er sich rechtfertigen musste, kein „Truther“ zu sein. Er sagte, wenn er von einer Konferenz über Homosexuelle berichten würde, ginge ja auch niemand automatisch davon aus, dass er ebenso einer sei- so etwas sei ihm auch noch nie untergekommen. Besteht die Gefahr, dass durch solche fehlgeleitete Leute ein gewisser Druck auf Journalisten entsteht, bestimmte, unbequeme Themen lieber nicht zu berichten?
(A): Von dem Fall habe ich gehört. Ja, diese Gefahr besteht natürlich. Aber Journalisten setzen sich immer dem Druck aus, kritisiert zu werden und sich rechtfertigen zu müssen, wenn sie etwas journalistisch aufarbeiten, was bestimmten Kreisen nicht schmeckt.
(F): Unabhängig von Ihrer redaktionellen Neutralität: Was ist Ihre persönliche Meinung. Reichen die offenen Fragen, eine Neuuntersuchung zu rechtfertigen? Sofern dies nicht möglich ist, was denken Sie, wie geht die Sache weiter?
(A): Daran besteht meines Erachtens kein Zweifel. Wir müssen noch nicht mal bei den Fragen ansetzen. Wir müssen nur den Blick auf die 9/11 Commission richten. Dann sehen wir eine Untersuchungskommission, die zunächst von den politisch Verantwortlichen verhindert wurden sollte, wir sehen einen Vorsitzenden, nämlich Henry Kissinger, der schon nach kürzester Zeit zurücktreten muss, wir sehen eine Untersuchungskommission, die zu wenig, Geld, zu wenig Personal bekommt, wir sehen hochrangige Vertreter der Regierung, die nicht Aussagen wollen, dann nur zu zweit Aussagen wollen, dann nur hinter verschlossenen Türen, wir hören von einer Behinderung der Kommissionsarbeit, wir hören von der Zurückhaltung von wichtigen Unterlagen vor den Kommissionsmitglieder, wir hören von einem Zelikow, der bereits von Beginn an klar stellte, was untersucht werden sollte und was nicht, wir hören von einem Family Steering Committee, also einem Zusammenschluss der Opfer des 9/11-Terrors, die entsetzt darüber sind, dass ihre Einwände gegen die Ermittlungen nicht berücksichtigt werden und dann lesen wir in einem 2007 veröffentlichten Buch des Vorsitzenden der Kommission, Thomas H. Kean, der schreibt: "We were set up to fail", wenngleich er sich mit der Aussage auch nur auf die Anfänge der Ermittlungen bezog. Im Nachhinein hat er das Endergebnis ja durchaus gelobt. Und dennoch: Alleine schon angesichts dieser Gesamtumstände ist die Forderung nach einer neuen, unabhängigen Untersuchung, mehr als gerechtfertigt. Und dann kommen da ja noch die ein oder andere offene Frage dazu...
Allerdings bezweifle ich sehr, dass es diese unabhängige Untersuchung in den nächsten Jahrzehnten geben wird. Wer sollte die Untersuchung durchführen? Die Untersuchung brächte ja nur etwas, wenn eine unabhängige Stelle, die von allen anerkannt wird, sich dem Fall annehmen würde. Aber eine offizielle neue Untersuchung, käme Sie von einer Stelle außerhalb der USA, würde von den USA wohl als Unverschämtheit betrachtet, diplomatische Erschütterungen, offener Streit wären die Folgen. Kein Land, keine Institution würde diese Folgen in Kauf nehmen. Und die Länder, die dazu bereit wären, haben kein Gewicht. Bleibt noch die Untersuchung durch die USA selbst. Angenommen in den USA käme es durch gewichtige Persönlichkeiten zu einer Neuuntersuchung. Und angenommen, die Neuuntersuchung wäre durch die ausgewählten Personen in der Tat bereit, sich kritisch und unabhängig mit dem Fall auseinanderzusetzen: Glauben Sie wirklich, von bestimmten Seiten würde dann nicht alles versucht, um diese Untersuchung zu sabotieren. Nein, tut mir leid, aber an eine Neuuntersuchung glaube ich nicht, selbst wenn ich diese für dringend notwendig halte.
(F): War der 11.09.2001 ein Inside Job?
(A): Es ehrt mich wohl, wenn Sie glauben, ich wüsste, ob 9/11 ein Inside Job war. Aber Spaß beiseite: Woher soll ich wissen!, dass die Anschläge beispielsweise eine False Flag Operation waren?
Nein, das weiß ich nicht. Ich kann sagen, dass es Auffälligkeiten gibt, die zumindest merkwürdig sind und denen in einer unabhängigen Untersuchung nachzugehen ist. Und zwar nicht, um nachzuweisen, dass 9/11 ein Inside Job war, sondern um bestimmte Sachverhalte sauber aufzuklären. Die dann zu Tage kommenden Ergebnisse müssten dann die Basis für weitere Schritte bilden, wenn sie nötig sein sollten. Eines der Kernprobleme, sowohl aufseiten der Medien genauso wie aufseiten der Skeptiker ist, dass beide Seiten Wissen durch einen starken Glauben ersetzen. Es wird sehr viel geglaubt, gemutmaßt, es werden Hinweise, Indizien und Fakten, beziehungsweise das, was man als Hinweise, Indizien und Fakten bewertet, in die eigene Wirklichkeitskonstruktion eingebunden. Wer als Truther ein Foto von fehlenden Trümmerteilen am Pentagon im Internet sieht und laut: Inside Job ruft!, macht es sich zu einfach. Wer als Medienvertreter unhinterfragt die Osama Bin Laden These in seine Berichterstattung einbaut, handelt journalistisch unverantwortlich. Die Frage ist zunächst mal nicht, ob 9/11 ein Inside Job war, sondern ob die Terroranschläge aufgeklärt wurden. Und das wurden sie mit ziemlicher Sicherheit nicht – zumindest nicht sauber. Da muss man ansetzen.
(A): Herr Klöckner, vielen Dank für dieses überaus aufschlußreiche Interview!
Mark Haim interviewt Jared Israel: Radio-Talkshow mit Hörerbeteiligung, ausgestrahlt vom Sender WKOPN 89.5 FM (Missouri) am 2. April 2002. (Posting auf der Website «Emperor’s Clothes» vom 20. November 2002).
Andreas Hauß lebt in Holzhausen bei Freiburg und kann wohl zu den einflussreichsten Köpfen der “9/11″-Wahrheitsbewegung in Deutschland gezählt werden. Damit gemeint sind diejenigen, die der offiziell verlautbarten Darstellung zu den Ereignissen vom 11. September 2001 wegen der darin enthaltenen Widersprüche und offenen Fragen misstrauen. Der 53-jährige Historiker hat sich eingehend mit der Thematik befasst und im Jahr 2003 gemeinsam mit Mathias Bröckers das Buch “Fakten, Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9.” im Verlag Zweitausendeins veröffentlicht. Außerdem publiziert Hauß seine Recherche-Ergebnisse auch im Internet unter www.medienanalyse-international.de. Domino-FR hat mit Hauß über seine Arbeit und seine Sicht zu “9/11″ gesprochen.
Domino-FR: Wann sind bei Ihnen die ersten Zweifel im Hinblick auf die tatsächlichen Vorgänge am 11. September und bezüglich der politischen Hintergründe aufgetaucht?
Andreas Hauß: Ehrlich gesagt schon sehr bald danach. Als zum Beispiel von dem Pass eines der vermeintlichen Flugzeugentführer berichtet wurde, der angeblich unmittelbar nach den Anschlägen per Zufall auf dem Schutthaufen des WTC gefunden worden sein soll, oder als die Nachrichten von den Flughandbüchern auf Arabisch verbreitet wurden, die im zufällig fehlgeleiteten Gepäck vom Oberentführer Mohammed Atta steckten, da war mir klar: Hier stimmt so einiges nicht! Hinzu kam, dass ich mich insbesondere seit der Bombardierung Jugoslawiens durch die Nato im Jahr 1999 sehr intensiv mit den Themen Propaganda und Kriegsanlasslügen auseinandergesetzt habe. Als Historiker ist man immer schon mit den Widersprüchen und blanken Lügen der Verbrecher und Kriegsverbrecher konfrontiert. Deshalb war zwar der Jugoslawienkrieg nicht etwas Neues in Bezug auf “Hufeisenplan”, “Fötengrill”, Rambouillet und so weiter, aber das erste Mal seit ’45, dass derartige zynische Kriegspropaganda wieder einmal in Deutschland genutzt wurde, weil der erste Krieg nach ’45 begonnen wurde. Ich war also sensibilisiert.
Domino-FR: Seit acht Jahren behaupten Sie nun schon, dass der 11. September 2001 anders abgelaufen ist, als die US-Regierung behauptet und als die etablierten Massenmedien auch bei uns es verbreitet haben und weiter verbreiten. Was wollen Sie durch dieses Beharren und Ihr Engagement eigentlich erreichen?
Hauß: Ich will, dass die wahren Drahtzieher und Mörder vom 11. September 2009 endlich ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden. Schließlich haben wir es mit einem schweren Verbrechen mit tausenden von Toten zu tun. Da ist für mich keine Spielerei. Mir geht es auch nicht um wilde Spekulationen. Natürlich will ich auch, dass der Afghanistan-Krieg, der ja auf dem Lügengebäude rund um den 11. September beruht, endlich beendet wird. Meines Erachtens handelt es ich nämlich bei “9/11″ um nichts anderes als um eine weitere Kriegsanlasslüge, wie die Geschichte sie in zahlreichen Fällen kennt. Ich habe solche Lügen auf meiner Gleiwitz-Seite online dokumentiert.
Domino-FR: Was sind denn in Ihren Augen die schlagendsten Argumente dafür, dass die offizielle Darstellung zu “9/11″ nicht der Wahrheit entspricht?
Hauß: Erstens, dass praktisch keinerlei Luftabwehrmaßnahmen stattgefunden haben. Wer sich mit dem Zeitablauf der Flugzeug-Entführungen von “9/11″ befasst und wer weiß, dass auch entführte Flugzeuge nicht einfach vom Radar verschwinden – es verschwand nur das Transponder-Signal -, und wer sich zugleich auch nur ein wenig mit den Standardvorgehensweisen der US-amerikanischen Luftverteidung auskennt, der kann die offizielle Darstellung nicht schlucken. Denn eigentlich hätten Abfangjäger in Aktion treten müssen, Zeit war genügend. Wenn nun manche sagen, es habe sich eben um einen Fall von Pleiten, Pech und Pannen gehandelt, dann muss man sich vor Augen führen, wie absolut unwahrscheinlich dies ist, und dass für die vermeintlichen Pleiten und die angeblichen Pannen niemand zur Verantwortung gezogen wurde. Ohne massives menschliches Versagen in gleich zahlreichen Fällen wäre das Ausbleiben der Luftabwehr im militärisch schlagkräftigsten Land der Erde nämlich nicht zu erklären. Die einzige Alternative wäre dann eben, dass eine Absicht dahinter stand.
Zeitens, dass die Identität der vermeintlichen 19 Flugzeug-Entführer bis heute nicht zweifelsfrei geklärt ist. Es gibt keinerlei öffentlich zugänglichen Beweise, dass die uns präsentierten 19 Männer überhaupt in den Flugzeugen waren – keine Original-Passagierlisten, keine Video-Aufzeichnungen, keine Gen-Test, nichts. Dabei müssten die Ermittlungsbehörden in den USA ja alle Mittel haben, um diese Beweise zu erbringen.
Drittens schließlich, dass Rumsfeld, Bush junior und andere Verantwortungsträger der US-Regierung völlig irrational gehandelt haben, wenn “9/11″ wirklich das war, als was es heute dargestellt wird. Rumsfeld, der damalige US-Verteidigungsminister, fährt, auch nachdem das zweite Flugzeug ins WTC gerast ist, mit einem Arbeitsfrühstück fort. US-Präsident Bush macht bei seinem Schulbesuch einfach weiter – während das ganze Land, ja die ganze Welt weiß, dass fürchterliche Gewalttaten im Gange sind. Auch das habe ich ausführlich dokumentiert.
Daneben gibt es noch sehr viele weitere Argumente dafür, dass die offizielle Erklärung keinesfalls stimmen kann. Zu viele Fragen sind noch immer offen, zu viele Widersprüche sind ungeklärt.
Domino-FR: Im Zusammenhang mit “9/11″ wird im Internet ja so gut wie alles behauptet – abgesehen davon vielleicht, dass Außerirdische dahinter stecken. Da geht es um Sprengungen verschiedener Art, eine Verschwörung der beteiligten Fernsehanstalten, Marschflugkörper anstelle von Flugzeugen und vieles mehr…
Hauß: Ja, da wird leider auch viel Unfug verbreitet. Das lenkt von den wirklich brennenden Fragen ab.
Domino-FR: Sie denken nicht, dass die WTC-Türme das Gebäude 7 des WTC gezielt gesprengt wurden und nicht von alleine eingestürzt sind?
Hauß: Ich denke, es gibt gute physikalische Erklärungen für den Einsturz der Gebäude auch ohne Sprengungen. Und in jedem Fall führen solche Theorien immer weiter in immer wildere Spekulationen hinein. Das führt zu nichts. Wir müssen uns auf jene Fragen konzentrieren, wo wir den Verantwortlichen bildlich gesprochen direkt die Pistole auf die Brust setzen können. Beispiel Luftabwehr: Ihr hattet alle Mittel um einzuschreiten, ihr hattet auch die Gelegenheit einzuschreiten, ihr hattet sogar Vorschriften, die ein Einschreiten im Grunde unvermeidbar gemacht haben, aber ihr seid nicht eingeschritten. Erklärt uns endlich, weshalb nicht! Dort, wo wir so argumentieren können, müssen wir nachbohren.
Domino-FR: Sie haben vergangenes Jahr bei der Staatsanwaltschaft Offenburg Anzeige erstattet wegen des gewaltsamen Todes von Heinrich Kimmig, Klaus Bothe und Wolfgang Menzel, Inhaber beziehunsgweise Mitarbeiter der Firma BCT in Willstätt am 11. September in den Trümmern des WTC in New York – gegen verschiedende Mitarbeiter der US-Flugsicherung, des US-Militärs und auch gegen Rumsfeld und Bush. Allerdings ohne Erfolg…
Hauß: Die Generalbundesanwaltschaft, wohin die Sache weitergeleitet wurde, hat es abgelehnt, auf meine Anzeige hin Ermittlungen aufzunehmen, obwohl ich auf das völlig ungeklärte Versagen der US-Luftabwehr hingewiesen habe. Begründung: Bei den Hamburger Verfahren gegen Motassadeq und Mzoudi seien die Hintergründe und Umstände von “9/11″ bereits umfassend ermittelt und geprüft worden. Das aber ist falsch. Hintergründe und Umstände waren in Hamburg gerade nicht Gegenstand der Ermittlungen und der Verfahren. Es wurde nicht die Haupttat, also “9/11″ im engeren Sinne, sondern nur die mögliche Beteiligung der Angeklagten daran ermittelt und gerichtlich beurteilt. Der Vorgang zeigt, welch begrenzten Bewegungsspielraum der Generalbundesanwalt, der in Deutschland ja dem Justitzministerium und somit der Regierung untersteht, in Wahrheit hat. Und wo kein Kläger, da leider auch kein Richter…
Die neuen Erkenntnisse über den Buback-Mord [Siegfried Buback war von 1974 bis zu seiner Ermoderung am 7. April 1977 in Karlsruhe Generalbundesanwalt; Anm. d. Red.] und Verena Becker zeigen ja zudem, dass unsere Geheimdienste offenbar durchaus bereit sind, Beteiligte an solchen Verbrechen zu schützen. Kann dieses Wissen ohne Wirkung auf das Verhalten der heute amtierenden Generalbundesanwältin Monika Harms bleiben? Man kann übrigens Michael Buback nur Respekt zollen dafür, wie er seit Jahrzehnten für die Aufklärung des Mords an seinem Vater kämpft. Was jetzt über Verena Becker herauskommt, lässt seine Anstrengungen umso wertvoller erscheinen.
Domino-FR: Michael Buback hat dafür aber auch lange bohren müssen…
Hauß: Ich werde auch lange bohren, darauf können Sie sich verlassen!
Domino-FR: Wenn jemand nun wie Sie zu der Überzeugung gelangt, dass die offizielle “9/11″-Geschichte nicht stimmen kann, was sollte der- oder diejenige konkret unternehmen?
Hauß: Jetzt vor der Bundestagswahl bietet es sich an, allen Politikern und Kandidaten die Frage zu stellen, ob den von Afghanistan im Moment tatsächlich eine solche akute und erhebliche Angriffsgefahr ausgeht, dass wir dort Soldaten haben und Krieg führen müssen. In unserem Grundgesetz steht ja klar, dass von deutschem Boden nie mehr Krieg mehr ausgehen darf. Denn nochmal: Der Einmarsch in Afghanistans und die Kriegsanlasslüge “9/11″ sind aufs Engste miteinander verbunden.
Domino-FR: Vielen Dank für dieses Gespräch.
Genau heute vor acht Jahren ereigneten sich die Anschläge von New York und Washington in den USA, bei denen mindestens 3.015 Menschen ihr Leben verloren. Die Anschläge ebneten den Weg für die Kriege în Afghanistan (begonnen im Spätjahr 2001 mit schätzungsweise 50.000 Toten) und im Irak (begonnen im Jahr 2003 mit schätzungsweise rund 100.000 Toten und Kosten von mindestens 80 Milliarden US-Dollar) – sowie für die sich anschließenden Besatzungsregime in beiden Ländern.
Übrigens: Wie auf diesen Seiten schon mehrfach berichtet, waren laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Zogby schon 2004 die Hälfte aller Einwohner von New York der Ansicht, dass die US-Regierung zumindest vorab davon wusste, was am 11. September geschehen würde.
Quelle des Originalbeitrags:
Zum sich nähernden zehnten Jahrestag der Terror-Attacken vom 11. September 2001 in den USA beantwortet der Schweizer Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser in einem Exklusiv-Interview Fragen zur offiziellen 9/11-Untersuchung, dem Insider-Handel an den internationalen Börsen kurz vor den Angriffen, den Kriegsübungen der US-Luftwaffe während der Anschläge, und dem diffamierenden Begriff des “Verschwörungstheoretikers“.
Im folgenden Interview beantwortet Paul Schreyer, der Autor des Buches “Inside 9/11“, unter anderem Fragen zu den Kriegsübungen am Morgen des 11. September 2001, der systematischen Verhinderung der ordnungsgemäßen Luftabwehr am selben Morgen, und der Verwendung des Begriffs vom “Verschwörungstheoretiker“, das “vor allem benutzt wird, um eine konkrete inhaltliche Debatte vermeiden zu können. Bisher sehr erfolgreich.”


