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Interview mit Inside 9/11 Autor Paul Schreyer

Vor kurzem hatte ich das neu erschienene Buch von Paul Schreyer, „Inside 9/11“ für das 911-archiv rezensiert. Nun hatte ich die Gelegenheit, Herrn Schreyer für das 911-archiv.net zu interviewen.

Inside 9/11

Frage (F), 911-archiv.net: Herr Schreyer, in „Inside 9/11“ machen Sie erstmals das Versagen der Luftabwehr der USA am 11.09.2001 an den Handlungen einer einzigen Person fest. Col. Robert Marr, der am 11.09.2001 Kommandant bei NEADS war. Teile der präsentierten Quellen, etwa die internen Unterlagen der 9/11 Kommission,  sind erst seit 2009 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Hat sich das einfach noch niemand angeschaut, oder warum ist noch niemand vorher drauf gekommen, die Akte der Verzögerung auf diese Person zurückzuführen?

Antwort (A), Paul Schreyer: Das habe ich mich natürlich auch gefragt. Wie kann es sein, dass ein freier Journalist aus Deutschland Dinge herausfindet, die zehn Jahre lang niemand in den USA entdeckt hat? Ich denke, es gibt mehrere Gründe dafür. Zum Einen sind tatsächlich Schlüsseldokumente der "9/11 Commission" in dieser Frage erst seit 2009 ins US-Nationalarchiv überführt und damit öffentlich zugänglich gemacht worden. Zum Anderen erschließt sich die Rolle von Colonel Robert Marr erst im Kontext dieser Dokumente mit anderen Quellen, die man natürlich auch alle kennen muss. Zu nennen sind hier die Bücher von Lynn Spencer (2008) und John Farmer (2009) sowie eine Fülle weiterer Zeitungsartikel und Interviews. Letztlich ist es eine Puzzlearbeit. Auf die Rolle von Marr stieß ich selbst nur zufällig beim Überprüfen von Dokumenten der "9/11 Commission" und dem Sichten der erst vor kurzem freigegebenen Tonbänder der US Luftabwehr vom Morgen der Anschläge. Offenbar hat sich bisher einfach niemand die Mühe gemacht, all diese Dokumente miteinander abzugleichen.

(F) Was meinen Sie, hat die Einstellung der 9/11 Kommission, „auf niemanden mit dem Finger zu zeigen“, was die Schuldfrage angeht, eine Rolle bei der bisherigen Nichtbehandlung oder sagen wir: Vertuschung dieser Sachlage gespielt? Müsste nicht gegen Col. Marr ermittelt werden, wenn nicht zivilrechtlich, dann wenigstens per Dienst wegen?  Auch jetzt noch?

(A) Zunächst einmal müsste Marr öffentlich befragt werden. Und er müsste gute und nachvollziehbare Gründe für seine Handlungen und Unterlassungen nennen können. Falls sich die Vermutung einer mutwilligen Behinderung der ihm unterstellten Luftabwehr nicht ausräumen ließe, wären weitere Ermittlungen sicher der nächste logische Schritt. Die Tatsache, dass die "9/11 Commission" keine Personen benannte, die konkret für Fehlverhalten verantwortlich waren, hat einer produktiven Aufklärung der Anschläge sicher entgegengewirkt.

(F) Vier der geschilderten Verzögerungen kann ich einwandfrei nachvollziehen, nur die, dass der dritte Flieger von Langley, mit dem Verbindungsoffizier Captain Craig Borgstrom an Bord, ebenfalls von Col. Marr angefordert wurde, beruht nur auf einen impliziten Schluss von Ihnen. Blogger Shoestring, der ebenfalls bestens mit den vorliegenden Daten und dem Prozedere der Flugabwehr vertraut ist, sagte bei 9/11 Blogger, es sei nach wie vor unklar, ob der Anruf dazu von Marr gekommen sei, wobei er die Schlussfolgerung, dass es sich wegen der Aussage von Lynn Spencer vom räumlich getrennten Operation Floor“, die dort nichts von einem dritten angeforderten Langley-Flieger wussten, um jemand aus Marrs „Battle Cab“ genannten Einheit gehandelt haben muss, nachvollziehen kann. Wie relevant ist dieser Anruf, ist nicht auch ohne diesen einwandfrei bewiesen, dass es Verzögerungen gab, die einer Erklärung bedürfen?

(A) Zu dieser Frage habe ich auf "9/11blogger.com" bereits Stellung genommen, siehe hier:

http://911blogger.com/news/2011-06-30/new-video-lack-911-air-defense-german-author

Aus dem Buch der Autorin Lynn Spencer ("Touching History", 2008, S.148) geht zweifelsfrei hervor, dass der Anruf aus Marrs "Battle Cab" gemacht wurde. Zitat:

“Powell: ‘Drei? Ich habe nur zweien Startbefehl gegeben!‘ (...) Powell lehnt sich in seinem Stuhl zurück, um das Gehörte und was es bedeutet zu schlucken. Der Befehl, alle drei Jets zu entsenden, lief nicht über ihn.  Er ist sprachlos. (...) Marr und die anderen hohen Offiziere in der „Battle Cab“ tun, was sie für richtig halten, und kommunizieren bei Bedarf mit Nasypany, dem Missionskommander, verantwortlich für die Ops-Einheit.
Powell folgt einfach den Befehlen welche von Nasypany zum Senior-Direktor und dann zu den Waffen-Besatzungen weitergeleitet werden. Die Offiziere in der „Battle Cab“ schulden ihm sicherlich keine Erklärungen, aber Powell erkennt die Folgen aus dem, was sie getan haben."

Englisches Original: "Powell: `Three? I only scrambled two!´ (...) Powell leans back in his chair to absorb what he´s just heard and what it means. The order to send all three jets hadn´t gone through him. He´s speechless. (...) Marr and the other senior officers in the battle cab do as they see fit, and communicate as necessary with Nasypany, the mission crew commander in charge of the Ops floor. Powell simply follows the orders passed from Nasypany to the senior director and then to the weapons crew. The officers in the battle cab certainly don´t owe him any explanations, but Powell sees implications in what they have done."

(F) Haben Sie Nachforschungen angestellt, wer dieser Col. Robert Marr ist, was seine Vergangenheit, seine Karriere, seine Kontakte, kurzum, seine mögliche Rolle in diesem Plot betrifft? Sofern die Verzögerungen absichtlich waren, hätten wir hier ja einen starken Anfangsverdacht, erstmals einen der „Helfer“ des 11.09.2001 ausgemacht zu haben.

(A) Zum biographischen Hintergrund Marrs habe ich tatsächlich einige spannende Informationen recherchiert, die im Detail in meinem Buch "Inside 9/11" nachzulesen sind.

(F) Was ist Ihr Ausblick, was die Ungereimtheiten zur offiziellen Erklärung des 11. September angeht? Sind nach der Veranstaltung im September in Leipzig  noch weitere öffentliche Auftritte geplant?

(A) Derzeit nicht. Viel wird sicherlich davon abhängen, inwieweit es gelingt, zum Jahrestag die relevanten Fragen zu 9/11 in die Mainstream-Presse zu bringen.

(F) Was halten Sie von der oftmals zu hörenden Forderung, die 9/11 Skeptiker sollten mit den vorliegenden Hinweisen zur Staatsanwaltschaft gehen und diese zur Anzeige bringen? Sehen Sie dazu konkrete Möglichkeiten?

(A) Tatsache ist, dass immer noch sehr viele wichtige Dokumente, auch der "9/11 Commission", geheim sind. Um hier voranzukommen, braucht es letztlich eine neue öffentliche Untersuchung der Anschläge in den USA.

Herr Schreyer, vielen Dank für Ihre Antworten.

Wer in Berlin wohnt, kann heute Abend, am 07.07.2011, den Autoren persönlich kennenlernen, auf der Veranstaltung und Buchpremiere:

Inszenierter Terrorismus? Veranstaltung mit Bommi Baumann und Buchautor Paul Schreyer ("Inside 9/11) im Viethaus, Leipziger Str. 54, D-10115 Berlin (Mitte) um 19:00 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr, der Eintritt kostet im Vorverkauf 6 bzw. 10 EUR (ein druckfrisches Compact-Magazin ist inklusive) an der Abendkasse 8 bzw. 12 EUR

Webseite des Autors: http://inside-911.de/

Am 10.09.2011 tritt er auf der bereits angesprochenen Veranstaltung in Leipzig auf.

Heute ist übrigens der 6. Jahrestag der Anschläge von London, 7/7. Auch dazu hat Herr Schreyer schon mal publiziert. Siehe: http://terrorwahnsinn.paul-schreyer.de/london.html
Update: Zum gleichen Thema hat Herr Schreyer letztes Jahr auch auf Telepolis einen Artikel veröffentlicht:
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32915/1.html

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Dirk Gerhardt

Dirk Gerhardt

Seit 2002 als engagierter 9/11 Beobachter im Internet unter dem Namen Sitting Bull bekannt.

Kommentare (2)Add Comment
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Die Widersprüche in" Hänsel und Gretel" abgleichen ....
geschrieben von Andreas Hauß, July 14, 2011
Schreyer sagt: " Offenbar hat sich bisher einfach niemand die Mühe gemacht, all diese Dokumente miteinander abzugleichen."
Oh ja, das stimmt. Vor acht oder neun Jahren hatte ich die Mühe auf mich genommen, z.B. die veröffentlichten angeblichen Tonbänder vom ARTCC Cleveland auf ihre Stimmigkeit abzugleichen. Mit der timeline des NORAD, mit den angeblichen Funksprüchen, mit Logik usw.. Es handelte sich um Quark, gequirlten Stuß, keine weitere beschäftigung wert. So auch die "neusten Veröffentlichungen", die Schreyer akribisch untersucht. Ergebnis: nicht Osama (den ich bisher als Täter vermutete), sondern Marr hat die Luftabwehr lahmgelegt! So ist das also.
Keiner fand es raus, nur Schreyer. Nochmal für die eiligen Leser: das System des "Abfangens" ist ein halbes Jahrhundert im "Kalten Krieg" bis ins i-Tüpfelchen perfektioniert worden, von den USA auf alle NATO-Staaten ausgedehnt. Andere Staaten haben natürlich ein ähnliches System. Das ist nicht durch eine Einzelperson und erst recht nicht durch ominöse Übungen aus den Angeln zu heben, auch nicht nach der Ausdünnung nach Ende des Kalten Kriegs. Während sich Schreyer an drei Minuten hier oder da abarbeitet, geht es um den simplen Fakt, dass zwei Stunden lang keine Jets an den tatorten von 9/11 zu sehen waren. Es gibt keine neutralen Zeugen dafür, dass von Otis, Langley oder sonstwoher Abfangjäger starteten, flogen oder ankamen. Schreyer erwähnt Andrews. Löblich. Aber die Konsequnz daraus zieht er nicht, dass die Existenz von x Jägern auf der Andrews -Basis 10 Meilen von Washington entfernt nicht starteten und dass das niemand in den USA anspricht, zieht Schreyer nicht. Er zieht nicht die Konsequenz daraus, dass hochoffiziell die Commission beschieden wird, man sei langsam und nicht per Überschall geflogen, um Sprit zu sparen. Solchen Unsinn läßt sich die Commission verkaufen, die mainstream-Öffentlichkeit in den USA auch - und nun eben auch Schreyer. Die simple Konsequenz, die jeder "truther" aus 9/11 zog und zieht, zieht Schreyer nicht: nämlich dass nicht nur die Luftabwehr "versagte", sondern auch die demokratichen Institutionen und allen voran die Medien .
Das Buch ist deshalb leider NICHT hilfreich, sondern es vernebelt die Abläufe in schöner Konkordanz mit solchen Veröffentlichungen aus "Vanity Fair" (vor einigen Jahren schon), die mit penetranter Detailhuberei das System und die Beteiligten reinwaschen. Um es klar zu sagen: bei einem Mordprozess ständen all die "Zeugen", deren Aussagen Schreyer bwägt, nicht als Zeugen, sondern als Angeklagte vor Gericht, als Mittäter an einem Massenmord. Derartige Quellenkritik ficht Schreyer nicht an, und er biegt sich die good guys im Märchen zurecht. Mir ist nicht klar, was ihn dazu bewegt, aber dass das nicht korrekt ist, sei hier gesagt.
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geschrieben von mercurial 2012 cleats, July 11, 2012
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